Pilz des Jahres 2003
Der papageigrüne Saftling
(Hygrocybe psittacina)
auf den gerade im Herbst, der
klassischen Pilzzeit, aufmerksam gemacht wird.
Seine Kurzbeschreibung:
Hut:
papageigrün, mitunter gelbe, orangene oder rötliche Töne, im Alter
ausblassend, bei Feuchtigkeit oft schleimig-schmierig, glockig, später
ausgebreitet, bis 5 cm Durchmesser.
Blätter: gelb, teilweise grünlich, entfernt stehend, dick
Stiel: bläulich grün an der Spitze, abwärts gelblich oder orangerötlich, bis
8 cm lang, bis 1 cm Durchmesser
Fleisch: grünlich, wässrig, fast glasig, geruchlos.
Vorkommen: Juli bis Oktober, vorwiegend auf Kalk- und Silikatböden.
Saftlinge bevorzugen nährstoffarme Wiesen und Weiden, Wald- und Wegränder
sowie grasige Standorte in lichten Kiefernwäldern. Die zum „Lebensraum
Wiese" gehörenden Saftlinge haben wahrscheinlich symbiontische Bindungen
zu Gräsern und Kräutern.
Die durch ihre breite Farbpalette auffallenden Saftlinge sind verbreitet auch in
unserer Region anzutreffen. Wer mit offenen Augen zum Beispiel durch die
Goitzsche wandert und Pilze sammelt wird früher oder später auch Saftlinge
entdecken.
Alle Saftlingsarten sollten aber geschont werden, sie stehen unter Artenschutz
und sind für Speisezwecke ohnehin nicht unbedingt geeignet. Als Farbtupfer in
der Natur sollten wir die Pilze an ihrem Standort belassen und uns an ihrem
Anblick erfreuen.
Wir alle können dafür Sorge tragen, ausreichend große Bereiche zu erhalten,
die den Saftlingen als auch anderen mit ähnlichen Ansprüchen ausgestatteten
Pilzarten und den im Biotop lebenden Pflanzen und Tieren günstige und
langzeitgesicherte Lebensräume bieten.
Dieter Seydewitz, Pilzberater
Quelle: "Ferienland Dübener Heide" Ausgabe 46