|
Er ist die größte Eulenart
Europas und fasziniert die Menschen schon von altersher mit seinem dumpfen „buhoo"
Balzruf.
Trotzdem bekommen sie den „König der Nacht" selten zu Gesicht. Mit
seiner gut getarnten Lebensweise ist er eher zu hören als zu sehen.
Vielleicht hatte es der Uhu deshalb schon immer schwer in seiner Umwelt. In der
Antike ängstigten sich die Menschen vor ihm und jagten ihn als „Totenvogel".
Im Mittelalter nagelten sie den Uhu oder andere Eulen zur Abwehr von Blitzschlag
und Zauberei an Scheunentore.
Heute hat der Vogel des Jahres 2005 bei uns einen besseren Stand: Sein hell- und
dunkelbraun gemustertes, hübsch aufgeplustertes Federkleid, die großen
orange-gelben Augen und die charakteristischen Federohren machen ihn gerade für
Kinder in Tierparks oder als Plüschtier zum Liebling.
Oft ist der Uhu bei „Flugschauen" von Großvögeln auf Burgen und Felsen
eine besondere Attraktion. Mit seiner Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter
streicht er dabei lautlos über die Köpfe der Zuschauer hinweg- ein tolles
Erlebnis.
Dank eines erfolgreichen Artenschutzprogramms gibt es in Deutschland wieder etwa
850 Brutpaare. Als Felsbrüter kommt er in den Mittelgebirgen, aber auch in
Schleswig- Holstein vor. Im Naturpark Dübener Heide wurde er bisher noch nicht
nachgewiesen.
Aber vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sich in unserem großen
Waldgebiet niederlässt.
|