Ein Charakterbaum der Dübener Heide
Die Buche

Die Buche war neben Linde und Eiche der "Volksbaum". Sie stand meist außerhalb des Ortes, Linde und Eiche dagegen meist in der Dorfmitte. War eine größere Buche vorhanden, trafen sich die jungen Leute lieber dort. Man war dann nicht so der - ach so weisen und scharfzüngigen - älteren Generation ausgesetzt.
Einige Buchen waren so groß, daß man unter ihre Äste sogar Bretter als "Tanzboden" legen konnte.
Einzeln stehende Prachtexemplare der Rotbuche (wegen des rötlichen Holzes mit grünen Blättern) findet man noch am "Torfhaus" sowie an der Ecke der "Tunnelwiese" an der Straße nach Moschwig. Im Park in Reinharz steht die wohl älteste Blutbuche (dunkelrotes Laub), in Söllichau gleich zwei: eine im Pfarrgarten, die andere im Hof der Försterei, etwa 100 m links vor dem Bahnübergang.
Viele Touristen meinen, die Heide weise fast nur Kiefern auf, doch etwa 40% unserer Waldungen sind Buchen- oder Buchenmischwälder! Kluge Forstleute sorgten dafür, dass Buchenbestände erhalten und neu angelegt wurden. So können wir heute ausgedehnte Bestände mit weit über 100-jährigen Buchen bewundern, z.B. an der B2 ab "Eisenhammer", rund um die "Köhlerei" sowie am "Lutherstein".
An der Straße nach Bad Schmiedeberg liegt die "Schöne Aussicht". Vom Turm hat man einen herrlichen Rundblick über ausgedehnte Buchen- und Buchenmischwälder.
Auf dem Weg zur "Friedrichshütte" - nach dem Bahnübergang in Söllichau gleich links die Straße nehmen - locken am Straßenrand große Buchen, dahinter jüngere Bestände, teils mit Birken durchsetzt.
Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass alle genannten Orte auch mit gastronomischen Einrichtungen versehen sind. So kann man emotionale Eindrücke und leibliche Genüsse gleich verbinden. Viel Freude beim nächsten Heideausflug.

Karl-Heinz Göhe
 

Mietegäste vier im Haus
hat die alte Buche:
Tief im Keller wohnt die Maus,
nagt am Hungertuche.
Weiter oben hat der Specht
seine Werkstatt liegen;
hackt und zimmert kunstgerecht,
dass die Späne fliegen.
Stolz auf seinen roten Rock
und gesparten Samen
sitzt ein Protz im dritten Stock.
Eichhorn ist sein Name.
Und ganz oben im Geäst
pfeift ein winzigkleiner
Musikante froh im Nest.
Miete zahlt nicht einer.


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Mit freundlicher Genehmigung Fremdenverkehrsverband Dübener Heide e.V., Quelle: Ferienland Dübener Heide