Wie die Heide einst ihre Anwohner ernährte´
 

So wunderschön die Dübener Heide sich dem Wanderer heute darbietet, so schwer machte sie es einst den Bodenständigen , sich mit und von ihr zu ernähren.

Der Boden der Heide ist karg, die geringe Bonität bringt nur bei wenigen Kulturpflanzen einigermaßen gute Erträge. Bessere Voraussetzungen haben Nadelbäume, besonders die Kiefern und ihre Begleitpflanzen wie Heidekraut, Heidelbeere, Ginster, einige Moos- und Farnarten und unterschiedlichste Pilzarten. So Lieferte der Wald:

Kiefern - als Bau-, Nutz- und Brennholz

Kiefernstubben - zur Holzkohle- , Pech-, Teer- und Russgewinnung

Kiefernnadeln - als Einstreu in der Tierhaltung

Heidekraut - wurde als Zusatzstoff im Hausbau verwendet

Heidelbeeren - waren eine saisonbedingte aber lohnende Nebeneinnahme

Pilze - dienten vor allem zur Aufbesserung der eigenen Ernährung

Einen weiteren Nebenerwerb gab es ab Ende der 30er Jahre bis etwa 1956. Eine Dresdner Firma kaufte Torfmoos auf, das an feuchten Stellen massenhaft vorkam. Dieses Moos wurde als Zwischeneinlage für besonders schweißaufsaugende Einlegesohlen verwendet.

Der Boden gab ferner Lehm für Ziegeleien, weißen Sand als Scheuermittel und gelben Sand als Baustoff her.

An Feldkulturen wurden Roggen, Hafer, Gerste und Weißrüben angebaut. Die Kartoffel kam erst Mitte des 18. Jahrhunderts, zunächst als Viehfutter, in die Heide. An Haustieren wurden hauptsächlich Schweine, Ziegen, Hühner, Gänse und Rinder gehalten.

Das Handwerk war in erster Linie auf den täglichen Bedarf und auf Reparaturen eingestellt Insbesondere Berufe die von der Holzwirtschaft abhingen spielten eine Rolle. Es gab Stellmacher, Schmiede, Zimmerleute, Dachdecker. Eine Besonderheit waren die Splittmacher. Sie fertigten kleine ca. 20 cm lange Brettchen (die Splitte) die als Zwischenlage beim Dachdecken diente.

Insgesamt wurde die Gewinnung von Naturrohstoffen und gewerbliche Tätigkeit nur mit Pfennigen vergolten. Ein Dachdecker verdiente ca. 30 Mark, ein Holzhacker etwa 28 Mark die Woche. Das Pfund Heidelbeeren wurde für 8 bis 12 Pfennige verkauft.


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