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Der Heidemaler trifft den Sauenschnitzer
Tornau.
Motorsägen knattern, Menschen tummeln sich: An Weichers Mühle vor den
Toren Tornaus herrschte am Wochenende reichlich Betrieb. Der kleine
Heideort, der dieses Jahr im Herbst sein 750-jähriges Bestehen feiert,
und der Verein Dübener Heide luden zum vierten Mal in Folge zum
Holzskulpturenwettbewerb ein.
Bei einer deftigen Portion Schnitzer-Spies mit Sauerkraut und Senf sagte
Tornaus Bürgermeisterin Ingetraud Bochinski:" Es kommen immer mehr
professionelle Künstler zu uns, die den Wettstreit suchen." Rund 30
waren es dieses Mal. Darunter Teilnehmer aus Wales, Tschechien und der
Schweiz. Heidemaler Wolfgang Köppe:" Bemerkenswert ist, dass die
Künstler geradezu vor Ideen strotzen." Sebastian Seiffert aus
Landgrafroda sägte beispielsweise einen Greifvogel aus. Andreas Martin
aus Mulda ist bekannt für seine Tierschnitzereien. Er selbst bezeichnet
sich als Sauensäger, weil er am liebsten Schweine aus einem Stück Holz
zaubert.
Erwatungsvoll zeigte sich Köppe. Schließlich vergab er Sonntagabend zum
ersten Mal den Köppe-Preis an einen der Künstler. Es handelt sich dabei
um einen Pokal, den der Heidemaler selbst kreiierte. Wer den Preis
bekommt, stand gestern bei Redaktionsschluss nicht fest. Mehr in einer der
nächsten Ausgabe der Kreiszeitung.
Neben Holzskulpturenkünstlern und eindrucksvollen Schnitzereien stellte
Heimatforscher Hans Funk am Sonnabend das neue Köhlerliesel für die
Dübener Heide vor. Die 19-jährige Karina Schrauder aus Zschornewitz
löst Astrid Klepel (21) aus Süptitz ab. Beide haben einen engen Bezug
zur Region. Während Astrid Klepel vor ihrer Studienzeit in München ein
Freiwilliges Ökologisches Jahr in Pressel machte, lernt Karina in
Schlaitz Restaurantfachfrau und ging kürzlich aus einem Wettbewerb als
die Beste Sachsen-Anhalts hervor. Jetzt wird sie die Dübener Heide auf
Messen, Volksfesten und Veranstaltungen repräsentieren und freut sich auf
ihre neue Aufgabe.
Die Tornauer und Gäste freuen sich aber erst einmal auf neue
Holzskulpturen. Diese sollen zugunsten der Gemeinde versteigert werden.
Natürlich werden auch die Künstler etwas davon haben, sagte
Bürgermeisterin Bochinski.
Nico
Fliegner
©
Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 3. August 2003
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