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Jahres 2007
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Die
63. empfohlene Wanderung
Winter zwischen Lubast, Friedrichsee und
Gniest
Start und Ziel dieser Winterwanderung ist das
Heidedorf Lubast, südlich von Kemberg, an der B 2 gelegen. Diese Rundtour hat
eine Länge von 9 Kilometern, ist also an einem Nachmittag gut zu bewältigen.
Zuerst geht’s leicht abwärts zum Fliethbach, der den Ort Lubast durchfließt.
Unmittelbar danach im Ortszentrum weist eine Wandertafel und ein Wegweiser uns
den Weg, der zuerst in Richtung Gniest/Rotta führt. Wir gehen auf den
Radwegverbinder zum R1 zuerst bergauf und sind bald im schönen Waldgebiet
zwischen Lubast und Gniest. Gut ist der beraten, der seine
Nordic-Walking-Stöcke mit hat, denn vereiste Stellen können eine ungewünschte
Rutschpartie einleiten. Nach knapp 2 km - wir sind inzwischen auf einer
abschüssigen Strecke - biegt der Radweg rechts ab. Unsere Tour führt jedoch
weiter geradeaus und bald queren wir ein kleines Bächlein, das wir unter dem
Eis nur ahnen können. Es wird einige Kilometer weiter den Fliethbach mit seinem
Wasser speisen.
Nach etwa 3 km haben wir das reizvolle Dorf Gniest erreicht. Im Ort links
abbiegend, nutzen wir die Straße, die zum Ochsenkopf führt. Im weiten Bogen
mit einem schönen Rückblick auf Gniest erreichen wir die gleichnamige Kolonie.
Sie wurde als reine Bergarbeitersiedlung für den Kohleabbau in der Mark
Naundorf errichtet.
Unmittelbar nach dem Ortsende verlassen wir die Straße und folgen dem Hinweis
zum KIEZ Friedrichsee, das wir gut einen Kilometer weiter erreichen. Rechts vom
Weg liegt das schön gestaltete Paradies für Kinder, linkerhand der zugefrorene
Friedrichsee - Zeit zum Verweilen, denn etwa zwei Drittel der Tour sind
geschafft.
Zuerst leicht serpentinenartig bergan, dann überwiegend auf ebener Hochfläche
sehen wir bald die ersten Häuser der Mark Zschiesewitz und in der Nähe eines
alten Trafo-Hauses treffen wir auf einen der Hauptwanderwege der Dübener Heide,
den Lutherweg (Bad Düben-Kemberg). 2,5 km sind es noch bis Lubast, (Markierung
„blaues Andreas-kreuz" des vorgenannten Wanderweges). Zu den ersten
Häusern in Lubast, die wir bald erreichen, gehört die bekannte Schautöpferei,
die seit 1874 besteht. Ein Blick hinein lohnt sich.
Lothar Matthes
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Der
mysteriöse Tod einer Königin
Vor 280 Jahren starb die Ehefrau August des
Starken, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen auf Schloss Pretzsch.
Die Kurfürstin saß gern auf der Bank neben einer Linde im barocken
Schlossgarten. Am 3. September 1727 ließ sie sich ein Stück Melone mit Zucker
reichen und trank darauf ein Glas Milch. Sofort stellten sich bei ihr heftige
Schmerzen ein. Ihr Leibarzt Hofrat Berger konnte mit seinen Mitteln keine
Linderung schaffen. Ihr Zustand wurde als hoffnungslos betrachtet, so dass am
folgenden Tag der Pastor Mathesius gerufen wurde.
Am 5. September 1727 starb Christiane Eberhardine. Sie hatte über 30 Jahre ihre
Residenz auf dem Schloss Pretzsch. Der Sarg wurde in einer schlichten Gruft in
der Stadtkirche beigesetzt. Die Königin soll einmal geäußert haben: „Macht
keine Pracht mit mir!"
Die Legende, dass sie vergiftet worden sei, ist bis zum heutigen Tag nicht ganz
haltlos. Christiane Eberhardine und ihre Schwiegermutter Anna Sophie, die auf
der Lichtenburg in Prettin lebte, waren die Galionsfiguren des evangelischen
Glaubens. Ihr Gatte, August II. wurde ja bekanntlich katholisch, um König in
Polen zu werden.
Eine Tafel, die an einem Kavaliershaus neben der Eberhardinenlinde angebracht
war, erinnerte über Jahrzehnte an diesen mysteriösen Tod.
Erhard Dubrau
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Ein
Blick in die Residenzstadt Torgau
Liebe Leser der Ferienland
Dübener Heide, heute haben wir eine ganz besondere Entdeckung gemacht. Wir sind
in Torgau an der Elbe. Hier residierten die sächsischen Kurfürsten und Martin
Luther weihte den ersten protestantischen Kirchenbau ein. Jetzt beginnt bald
eine kleine Stadtführung u.a. zum Ringenhain-Haus, die sie hier täglich
anbieten.
Viele Grüße aus der schönen
Renaissancestadt
Ihre Redaktion
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Ein
Wanderweg zum Sühnekreuz
Vom Mockrehnaer Ortsteil Gräfendorf führt ein
knapp drei Kilometer langer Wanderweg zum Sühnekreuz. Markiert (braunes
Rechteck auf weißem Grund) und beschildert führt er in nordöstliche Richtung.
Es ist ein schöner Weg hinein in den Naturpark Dübener Heide. Am Ziel findet
der Wanderer auf einer Schautafel Informationen zum Sühnekreuz von 1723. Den
Weg kann man auch fortsetzen und gelangt nach Großwig, das zur Gemeinde
Dreiheide gehört. Insgesamt sind es dann fast sechs Kilometer.
Text + Fotos: H. Wicher
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Was
für den Harz die Hexen sind, ist für die Dübener Heide der Teufel!
Im Naturpark ist der Teufel los!
Wanderfreunde und Spaziergänger
sind sicher schon da und dort im Naturpark auf den Teufel gestoßen, der einem
halben Dutzend Naturdenkmalen seinen Namen gegeben hat. Wer dem Teufel auf die
Spur kommen will, dem möchte ich mit diesem Beitrag einige Geschichten mit auf
den Weg geben. Es gibt manche zu erzählen, denn der Teufel spielt in den Sagen
der Dübener Heide eine dominierende Rolle.
Sagen wurden über Jahrhunderte mündlich weitergegeben und erst später zu
Papier gebracht. So ist es nicht verwunderlich, dass zu einer Begebenheit auch
mal kontroverse Darstellungen vorliegen. Sei es wie es sei, ich möchte Sie zu
einer teuflischen Wanderung einladen.
Wer gut zu Fuß ist, kann dem Teufel an einem Tag sieben Mal begegnen! Einen
Überblick über die Stationen gibt Ihnen der Kartenausschnitt auf Seite 13,
eine Wanderkarte ist jedoch zu empfehlen, denn einen ausgeschilderten „Teufelswanderweg"
gibt es (noch) nicht.
Ihr Wanderführer W. Wototschek
Der Teufelsstein bei Schköna
Von der Verbindungsstraße Schköna-Schmerz/ Gossa liegt linkerhand der
weithin in der Flur sichtbare Teufelsstein. Er ist einer der mächtigsten
Findlinge im Naturpark. Seine Höhe beträgt zwei und der Umfang sechs Meter!
Seinen Namen hat er von unseren Vorfahren. Die Sage erzählt, dass vor über 500
Jahren sich die Schkönaer von der Herrschaft des Teufels zu Pouch lösten und
ihre eigene Kirche bauten. Der Teufel, der davon Kenntnis bekam, geriet in Wut,
griff nach Steinen und schleuderte sie in Richtung Schköna. Der größte von
ihnen fiel kurz vor dem Dorf ins Feld - die Kirche blieb den Bauern erhalten.
Wie es bei den Sagen und Legenden so ist: diese Version des Geschehens ist nicht
die einzige!
Der Teufelsberg zwischen
Reinharz und Grosswig
Man läuft auf der unbefestigten Straße nach Grosswig und biegt gleich nach
der wasserwirtschaftlichen Anlage nach rechts auf einen Waldweg zum Heideteich
ein. Ein Hügelzug mit überwiegendem Kiefernaltholzbestand ist erreicht. Es ist
der Teufelsberg. Gestandene Holzfäller aus dieser Region erklärten mir, dass
die Waldarbeit in diesem Gebiet besonders schwer war. Da halfen nur Flüche, die
sich auf den Teufel bezogen und so einem Hügel seinen Namen gaben. Am Fuße
verläuft ein kleiner Bach. Meister Bockert lässt grüßen, wie der Biber im
Volksmund genannt wird. Ein Abstecher ist zu empfehlen, denn sein Wirken ist
nicht zu übersehen.
Der Teufelsteich und das
Teufelsloch hinter Söllichau
Etwa drei Kilometer nach dem Ortsausgangsschild von Söllichau auf der
Straße zur Schönen Aussicht und nach Bad Schmiedeberg befindet sich links ein
Schild „Alte Pferdetränke". Sie begehen den Waldweg und erkennen nach
wenigen Metern einen kleinen Weiher, der von den Heidebewohnern als Teufelsloch
bezeichnet wird. An der nächsten Waldschneise wird durch einen Wegweiser auf
den Teufelsteich aufmerksam gemacht. Damit ist das Wanderziel schon erreicht.
Diese Flur hat die Bezeichnung Deubitzgrund/ Deubitzwiesen. Die Verbindung zum
Teufel ist hier in der sprachlichen Abwandlung zu sehen: Deubitz - Teufel. „Alte
Pferdetränke" weist darauf hin, dass hier in früherer Zeit die Fuhrwerke
Rast machten.
Der Teufelshut bei Reinharz
Eine schöne Wanderung führt von der Siebenarmsäule auf dem Reinharzer Weg
zum Ziel. Unser Ausgangspunkt kann Bad Düben oder die Köhlerei am Eisenhammer
sein. Nach 3,5 Kilometern Fußmarsch kommen Sie zur Wanderhütte „Dübener
Häuschen". Hier verlassen Sie den Weg und begeben sich links auf die
Waldschneise. An der nächsten Linie wieder links einbiegen und sie erreichen
eine weitere Wanderhütte, das Reinholdhäuschen. Mit ein wenig Geduld können
Sie dort den Teufelshut finden.
Die Sage erzählt, dass ein junger Förster zur Jagd unterwegs war. Die
Müdigkeit überwältigte ihn und er legte sich zu einer Ruhepause nieder. Das
nutzte der in der Nähe befindliche Teufel und entwendete den Hut des
Forstmannes. Als der Förster erwachte, suchte er seinen Hut vergebens und
fluchte: „Dann soll ihn der Teufel holen!" Daraufhin ergriff der Teufel
den Hut und warf ihn in die Höhe. Da gab es Blitz und Donner und der Hut fiel
als Stein herunter - als Teufelshut.
Die Teufelsschlucht bei der
Schönen Aussicht
Die Schlucht im Bad Schmiedeberger Stadtwald ist auf den Wanderkarten als
Höllenschlucht eingezeichnet. Da der Teufel in der Hölle wohnen soll und
mancher Moschwiger und Schmiedeberger sie so nennt, kann sie in unsere
Beschreibung aufgenommen werden. Zu erreichen ist die Schlucht auch von den
Kurgästen. Von dem Ortsteil Weinberge in Richtung Bad Düben führt links der
Kuhteichweg (Markierung: roter Punkt auf weißem Grund) über die Schlucht zum
Höhenkammweg an der Schönen Aussicht. Die Namensgebung ist wohl auch durch die
Waldarbeiter erfolgt, nur dass der Einschlag und das Rücken des Holzes hier
noch viel anstrengender waren. So waren die Flüche noch deftiger und neben dem
Teufel musste auch die Hölle herhalten.
Die Teufelsmühle in der Bad
Schmiedeberger Flur
Auf dem Weg von Grosswig zu den Weinbergen, südwestlich von Bad
Schmiedeberg, ist das Backsteingebäude nicht zu übersehen. Das originelle
Relief vom Teufel an der Giebelfront des Hauses ist ein Werk des Bildhauers
Bruno Kubas aus dem Heidedorf Dahlenberg.
alle Texte der Teufelsorte:
Walter Wototschek
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Wohnkultur
der Renaissance:
Das Bürgermeister-Ringenhain-Haus
Am 12. Juli diesen Jahres wurde
das prächtige Wohnhaus des einstigen Bürgermeisters Paul Ringenhain als Museum
eröffnet.
Das Anwesen Paul Ringenhains in der Breite Straße 9 war seinen Bewohnern
Arbeits- und Lebensbereich. Über einer großzügigen Kelleranlage mit fünf
Kellergewölben für die Bierlagerung erhebt sich das stattliche dreigeschossige
Wohnhaus mit ebenfalls dreigeschossigem steilem Satteldach.
Eines der wohl schönsten Räume ist die so genannte Engelstube. Auf insgesamt
40 Feldern der Holzkassettendecke sind in einem Himmel aus Wolken und goldenen
Sternen unterschiedlich gestaltete Engelfiguren dargestellt. Sie tragen
Musikinstrumente, Leidenswerkzeuge Christi aber auch Blumen und Bauwerkzeuge.
Bemerkenswert sind in diesem reich ausgestatteten Raum die in zarten Farben
bemalten Konsolsteine an Fenster- und Wandbögen, die prachtvoll gearbeiteten
Portale und die aufwändigen Türen mit Intarsienschmuck. Wir laden Sie ein,
dieses Kleinod in Torgau selbst zu entdecken. Erleben Sie die Wohnkultur des
Bürgertums der Renaissancezeit mit eingerichteten Saalstuben, einer Küche
sowie einem Festsaal.
Cornelia König, Museumsleiterin
Öffnungszeiten: täglich 10 bis
18 Uhr
www.museum-torgau.de
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Über
acht Brücken musst du geh‘n
Der Naturpark Dübener Heide wird
eingerahmt von Mulde und Elbe. Unsere Gäste fahren somit über Brücken, wenn
sie in unsere schöne Landschaft gelangen wollen. Natürlich kann man auch
Fähren nutzen, um trockenen Fußes in die Heide zu gelangen, so in Gruna
(Personenfähre für Wanderer und Radler) sowie in Pretzsch und Dommitzsch an
der Elbe. Jedoch, wie der Titel es verrät, gilt heute die Aufmerksamkeit den
Brücken. Was Flüsse trennen verbinden Brücken. So gilt „Brücken
bauen" im übertragenem Sinne, denn sie sollen Sie locken, Ihre Freizeit
erholsam bei uns zu verbringen.
Elbebrücke in Wittenberg
Muldestauseebrücke bei Pouch
Im Mai 1975 begann die Flutung des ehemaligen Tagebaus Muldenstein. Nach nur
neun Monaten erreichte der Muldestausee als Spiegelverbreiterung der Mulde
seinen Normalwasserstand. Zuvor wurde 1974 mit dem Bau der Brücke begonnen, der
1975 beendet war. Die Brücke bei Pouch ist ein Einlaufbauwerk und überquert
mit einer Länge von 459 Metern die Mulde. Die Balkenbrücke ist eine
Straßenbrücke, welche sich auf Pfeiler stützt. Auf den sieben Metern
Fahrbahnbreite verläuft die Bundesstraße (B 100) sowie einseitig ein Fahrrad-
und Fußweg. Von der Brücke aus bietet sich ein idyllisches Bild auf den
Muldestausee.
Muldebrücke in Jeßnitz
Fürst Leopold mag seinerzeit die Chance erkannt zu haben, auch in Jeßnitz
das Tor zu Dübener Heide zu öffnen. Und das mit einer richtigen Brücke über
die Mulde, denn bis dahin ging es nur per Furt oder mit dem Kahn über den
Fluss. Anno 1867 war es soweit, eine Bogenbrücke öffnete den Weg in die Heide.
Zum Kriegsende 1945 wurde sie gesprengt, um die Alliierten aufzuhalten. Nach der
Instandsetzung erhielt die Brücke einen hölzernen Bodenbelag, mit dem
typischen klack…klack beim Darüberfahren. Im Jahre 1994 wurde die neue
Leopoldbrücke in Dienst gestellt. Die in Jeßnitz aus dem Zug steigenden
Heidebesucher merken kaum, wie viel Engagement die Einwohner in dieses
Brückenprojekt mit eingebaut haben.
Elbebrücke in Torgau
Der Name Torgau ging um die Welt, als sich hier am 25. April 1945 die
Alliierten an der Elbe auf der zerstörten Brücke begegneten. Vom ersten
stadtseitigen Pfeiler dieser historischen Brücke – heute eine
Aussichtsplattform – kann der Blick vom Schloss zur Eisenbahnbrücke über das
Ostufer des Flusses bis zur neuen Straßenbrücke schweifen. Diese Brücke hat
12 Pfeiler und ist 509 m lang. Die Fahrbahn ist 8 m breit. Nach nur 18 Monaten
Bauzeit wurde sie am 8. Juli 1993 freigegeben.
Gremminer Brücke in
Gräfenhainichen
Im September 2001 wurde die „Gremminer Brücke" mit einem
Brückenfest eingeweiht. Mit der Rad- und Fußbrücke, die über die B 100/B 107
zum Stadtbalkon von Gräfenhainichen führt, wurde ein Zugang zum Gremminer See
geschaffen. Von hier bietet sich ein grandioser Weitblick über den Gremminer
See zur Baggerstadt Ferropolis. Unterhalb des Stadtbalkons führt ein Rundweg
(ca. 16 km) um den Gremminer See mit Anbindung an den Europaradweg R1.
Bad Dübener Muldebrücke
Die als Eingang zur Kurstadt fungierende Muldebrücke stammt aus dem Jahre
1995. Sie hat eine Gesamtlänge von rund 71 m und eine Bogenhöhe von knapp 13
m. Die erste urkundliche Erwähnung einer Brücke zur Stadt stammt aus dem Jahre
1226. Hochwasser, Eisgang und Sprengungen während der Kriege machten einen
häufigen Brückenneubau im Lauf der Historie notwendig. Im Hintergrund die
imposantesten Türme der Stadt: links sieht man den Burgturm und rechts den
schlanken Turm der evangelischen Stadtkirche St. Nikolai.
Eilenburger Muldebrücke
Das Brückenbauwerk überspannt den Fluss und verbindet Eilenburg-Berg mit
Eilenburg-Mitte und Ost. Eine architektonische Besonderheit der Eilenburger
Brücke ist das auf der Südseite befindliche Scherfhaus. Die Brücke wurde am
20. August 1999 feierlich eingeweiht. Besonders erfreulich für Radfahrer und
Spaziergänger sind die beidseitigen Geh- und Radwege mit jeweils rund
dreieinhalb Metern Breite.
Muldebrücke in Friedersdorf
Das Auslaufbauwerk am Ende des Muldestausees verbindet die Orte Friedersdorf
und Muldenstein miteinander. Zwei regional bedeutende Wanderwege führen über
die Brücke: der „Bitterfelder Ring" (Markierung gelber Punkt) und der
„Stauseering" (Markierung grüner Punkt). Wer rasten möchte, dem sei das
Cafe Muldeblick an der Westseite oder das Bistro am Ostende der Stauseebrücke
zu empfehlen. Aber Vorsicht: die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 50
km/h. Kontrolliert wird oft und die „Knöllchen" sind nun mal nicht
gratis.
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Sie
werden nicht vergessen!
Auf dem Wege von Söllichau zum
Militärbunker Kossa, steht nach dem Landgasthof Friedrichshütte rechts am
Wegerand ein Gedenkstein. Besucher halte bitte ein! Eine Platte auf dem Stein
sowie zwei Informationstafeln geben darüber Auskunft, dass hier im
Zwangsarbeiterlager „Lager Heide" des Sprengstoffwerkes „Buche"
zwischen 1942 und 1945 etwa 1500 Menschen, zum überwiegenden Teil aus der
Ukraine in der Zeit des Faschismus zur Zwangsarbeit getrieben wurden. Mehr als
30 von ihnen fanden dabei den Tod.
Auf internationalen Druck befasst sich die Stiftung "Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft" seit 2000 mit diesem Un-recht; die noch Lebenden
hatten Anspruch auf eine minimale finanzielle Abfindung. Das in kyrillischen
Buchstaben geschriebene „ne sabudjem" ist nicht nur ein Gedenken sondern
auch eine Mahnung. sz.
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Mockrehna
Ein Ort am Rande der Dübener Heide
Willkommen in Mockrehna, dem
Zentrum einer Gemeinde mit neun Ortsteilen, die mit über 115 Quadratkilometern
Gesamtfläche die größte im Landkreis Torgau-Oschatz ist. Insgesamt leben in
den Ortsteilen Audenhain, Gräfendorf, Klitzschen, Langenreichenbach, Mockrehna,
Schöna, Strelln, Wildenhain und Wildschütz über 5500 Einwohner, davon rund
1370 in Mockrehna selbst. Mit einer nahezu perfekten Infrastruktur ausgestattet,
bietet der Ort sowohl Einwohnern als auch Investoren ein optimales Umfeld.
Mockrehna wurde 1015 erstmals urkundlich erwähnt unter dem Namen „Muckerini".
Erst nach dem Jahre 1800 erhielt Mockrehna seinen jetzigen Namen. Das Dorf
entstand als ein für diese Gegend typisches Reihendorf. Es gliedert sich in
Ober- und Unterdorf sowie die später entstandenen randdörflichen Bereiche.
Zwischen Ober- und Unterdorf befindet sich der Platz, auf dem die Kirche des
Ortes und das Gebäude der ehemaligen Schule stehen.
Die Bauernhäuser in der alten Dorfstraße sind mittelgroße Höfe. Mit
historischen Bauwerken ist der Ort nicht sehr reich gesegnet. Bemerkenswert ist
jedoch die Dorfkirche als Wahrzeichen mit dem sagenumwobenen Beil am Kirchturm.
Die Kirche von Mockrehna ist das mit Abstand älteste Gebäude im Ort. Als
Erbauungsdatum wurden die Jahreszahlen 1208 und 1214 genannt, jedoch ohne
Quellenangaben. Bei der im romanischen Stil erbauten Kirche handelt es sich um
eine Chorturmkirche, was bedeutet, dass sich der Turm auf der östlichen Seite
des Kirchschiffes befindet. In der Kirchturmspitze steckt ein Zimmermannsbeil.
Womit wir eigentlich beim Wahrzeichen von Mockrehna sind.
In alten Chroniken und Legenden wird erzählt, dass um das Jahr 1705 ein
Müllerbursche Namens Pumphut lebte, von desselben Stärke und wunderbaren
Kräften sich bis auf unsere Zeit lustige Erzählungen erhalten haben. Pumphut
war ein armer, aber auch pfiffiger Müllerbursche aus der sorbischen Teich- und
Heidelandschaft. Sein ständiger Begleiter ist sein strohgelber Hut mit einem
blauen Band. Mit und aus diesem Zauberhut kommen die magischen Kräfte.
Pumphut setzte seine Zauberkraft geschickt bei den geizigen und habgierigen
Müllermeistern ein. Pumphut gebraucht sie auch bei Witz und manchen
Schabernack. Auf der Walz zu den verschiedenen Wasser- und Windmühlen kam er
dabei in viele Landschaften und Länder. Es wird erzählt, beschrieben und „wohl
sogar versichert" dass Pumphut von Westfalen bis Brandenburg, im
Erzgebirge, in Mockrehna, in Litauen und in vielen anderen Orten sein Wesen als
Schalk und Possenreißer getrieben haben soll.
Auf dem Dorfplatz an der Kirche steht heute eine Bronzefigur vom Pumphut. Sie
wurde im Jahr 2000 vom Künstler Gert Büttner geschaffen. Jedes Jahr erneut ein
Magnet für zahlreiche Besucher aus nah und fern ist das Pumphutfest, welches
von den örtlichen Vereinen organisiert wird. Ein Höhepunkt ist der
traditionelle Beilzielwurf. Die Vereine der einzelnen Ortsteile sorgen dabei
für viel Spaß und Unterhaltung. 2008 findet das Pumphutfest Mitte Juni statt.
Ein Wanderangebot vom Ortsteil
Gräfendorf zum Sühnekreuz finden sie auf Seite 16.
www.mockrehna.de,
Kontakt: 034244/ 57 433
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Nützliche
Schlehe
Die meisten Leser kennen die Ende
September/Anfang Oktober schwarz-blauen, bis etwa 13 mm dicken Steinfrüchte des
Schlehdorns, auch Schwarzdorn genannt. Im März und April sind vielerorts kleine
weiße Blüten an bis zu zwei Meter hohen und sparrigen Sträuchern zu sehen.
Durch treibende Sprösslinge sind oft dichte Hecken entstanden.
Die kugeligen Früchte schmecken sehr herb und erinnern in der Form an kleine
Pflaumen, denn Mirabelle und Pflaume wurden einst aus der Schlehe gezüchtet.
Geerntet werden die Früchte nach den ersten Frösten oder schon vorher, dann
aber in den Gefrierschrank gelegt. So verlieren sie ihren bitteren Geschmack.
Die Blüten und Früchte werden gesammelt und verarbeitet. Die Gerbstoffe,
Mineralien und Vitamin C enthaltenden Früchte zu heilkräftigem Saft, zu
Marmelade, Kompott sowie Wein und Likör. Tee aus frischen Blüten ist ein
Blutreinigungsmittel, stärkt den Magen und galt schon zu Sebastian Kneipps
Zeiten als Abführmittel.
Nach einem arabischen Rezept, das ich in Jordanien kennenlernte, kann man mit
einem Schlehen-Elixier seinen Körper gegen Frühjahrsmüdigkeit in Schwung
bringen: Füllen Sie zwei große Hände voll Schlehenblüten in ein Einmachglas
und geben zwei Esslöffel eines möglichst flüssigen, milden Honigs darüber.
Darauf gießen Sie einen ¾ Liter trockenen Weißwein, stellen den Ansatz für
mindestens eine Woche an einen hellen Platz, schütteln täglich vorsichtig
durch und filtrieren sobald sich der Honig aufgelöst hat. Täglich ein
Likörgläschen davon trinken - das verleiht neue Kräfte!
Text+Foto: H. Wicher
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