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Ausgabe 63 Winter 2007/2008
    
Inhalt:
 

Wussten Sie schon, dass ... ?

Die 63. empfohlene Wanderung

Der mysteriöse Tod einer Königin

Ein Blick in die Residenzstadt Torgau

Ein Wanderweg zum Sühnekreuz

Im Naturpark ist der Teufel los!

Wohnkultur der Renaissance:
Das Bürgermeister-Ringenhain-Haus

Über acht Brücken musst du geh‘n

Sie werden nicht vergessen!

Mockrehna Ein Ort am Rande der Dübener Heide

Nützliche Schlehe

Fotos: © by Heike Nyari

  

Wussten Sie schon, dass ... ?
Radis - Das sportliche Dorf

Radis, ein schönes Dorf an der Bahnstrecke Wittenberg-Bitterfeld, erstmals 1378 als Rodiß erwähnt wurde?

im Pabsthaus, unweit im Wald von Radis, der Gelehrte Johann Gottfried Galle, der Entdecker des Planeten Neptun geboren wurde?

Martin Luther der Legende nach dort einkehrte, ihm ein saures Bier vorgesetzt wurde und er es im Zorn mit den Worten: "Ich wollte, dass der Papst es soff" ausgoss?

hier der Philosoph Traugott Krug geboren wurde? Er war ein Verfechter der Lehre von der Entstehung des Sonnensystems.

sich im Dorf viele Rad- und Wanderwege kreuzen und der landschaftlich schöne J. G. Galle-Rundwanderweg am Galle-Gedenkstein beginnt?

das Schloss des Barons von Bodenhausen heute eine Jugendherberge ist und in ihr ein 2,5 Tonnen schwerer Eichentisch steht?

zwei Heimatstuben die Geschichte lebendig werden lassen?

der baufällige Kirchturm 1870 abgerissen wurde und dafür ein Glockenhaus mit zwei freihängenden Glocken errichtet wurde?

sich im sportlichen Dorf ein moderner Sportplatz, eine Turnhalle, Tomis Fitnessstudio und Langers Bowlingbahn befinden? Die Handballer und Läufer sind weit bekannt und der TuS Radis leistet eine hervorragende Jugendarbeit.

jedes Jahr am zweiten Juli- Wochenende die Radiser mit Chor und Tanzgruppe das Parkfest feiern? Sie sind dazu herzlich eingeladen!

Sie in dem 135 Jahre alten Gasthof „Zum wilden Mann", im Hotel „Am Findling" sowie weiteren Gaststätten gut essen und trinken können?

Heidrun Weise

Verkehrsverein Bergwitzsee und Heide, Bahnhofstr.17, 06773 Radis,, Tel.: 03 49 53/ 39 766

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Jahres 2007 

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Die 63. empfohlene Wanderung
Winter zwischen Lubast, Friedrichsee und Gniest

Start und Ziel dieser Winterwanderung ist das Heidedorf Lubast, südlich von Kemberg, an der B 2 gelegen. Diese Rundtour hat eine Länge von 9 Kilometern, ist also an einem Nachmittag gut zu bewältigen.
Zuerst geht’s leicht abwärts zum Fliethbach, der den Ort Lubast durchfließt. Unmittelbar danach im Ortszentrum weist eine Wandertafel und ein Wegweiser uns den Weg, der zuerst in Richtung Gniest/Rotta führt. Wir gehen auf den Radwegverbinder zum R1 zuerst bergauf und sind bald im schönen Waldgebiet zwischen Lubast und Gniest. Gut ist der beraten, der seine Nordic-Walking-Stöcke mit hat, denn vereiste Stellen können eine ungewünschte Rutschpartie einleiten. Nach knapp 2 km - wir sind inzwischen auf einer abschüssigen Strecke - biegt der Radweg rechts ab. Unsere Tour führt jedoch weiter geradeaus und bald queren wir ein kleines Bächlein, das wir unter dem Eis nur ahnen können. Es wird einige Kilometer weiter den Fliethbach mit seinem Wasser speisen.
Nach etwa 3 km haben wir das reizvolle Dorf Gniest erreicht. Im Ort links abbiegend, nutzen wir die Straße, die zum Ochsenkopf führt. Im weiten Bogen mit einem schönen Rückblick auf Gniest erreichen wir die gleichnamige Kolonie. Sie wurde als reine Bergarbeitersiedlung für den Kohleabbau in der Mark Naundorf errichtet.
Unmittelbar nach dem Ortsende verlassen wir die Straße und folgen dem Hinweis zum KIEZ Friedrichsee, das wir gut einen Kilometer weiter erreichen. Rechts vom Weg liegt das schön gestaltete Paradies für Kinder, linkerhand der zugefrorene Friedrichsee - Zeit zum Verweilen, denn etwa zwei Drittel der Tour sind geschafft.
Zuerst leicht serpentinenartig bergan, dann überwiegend auf ebener Hochfläche sehen wir bald die ersten Häuser der Mark Zschiesewitz und in der Nähe eines alten Trafo-Hauses treffen wir auf einen der Hauptwanderwege der Dübener Heide, den Lutherweg (Bad Düben-Kemberg). 2,5 km sind es noch bis Lubast, (Markierung „blaues Andreas-kreuz" des vorgenannten Wanderweges). Zu den ersten Häusern in Lubast, die wir bald erreichen, gehört die bekannte Schautöpferei, die seit 1874 besteht. Ein Blick hinein lohnt sich. 

Lothar Matthes

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Der mysteriöse Tod einer Königin

Vor 280 Jahren starb die Ehefrau August des Starken, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen auf Schloss Pretzsch.
Die Kurfürstin saß gern auf der Bank neben einer Linde im barocken Schlossgarten. Am 3. September 1727 ließ sie sich ein Stück Melone mit Zucker reichen und trank darauf ein Glas Milch. Sofort stellten sich bei ihr heftige Schmerzen ein. Ihr Leibarzt Hofrat Berger konnte mit seinen Mitteln keine Linderung schaffen. Ihr Zustand wurde als hoffnungslos betrachtet, so dass am folgenden Tag der Pastor Mathesius gerufen wurde.
Am 5. September 1727 starb Christiane Eberhardine. Sie hatte über 30 Jahre ihre Residenz auf dem Schloss Pretzsch. Der Sarg wurde in einer schlichten Gruft in der Stadtkirche beigesetzt. Die Königin soll einmal geäußert haben: „Macht keine Pracht mit mir!"
Die Legende, dass sie vergiftet worden sei, ist bis zum heutigen Tag nicht ganz haltlos. Christiane Eberhardine und ihre Schwiegermutter Anna Sophie, die auf der Lichtenburg in Prettin lebte, waren die Galionsfiguren des evangelischen Glaubens. Ihr Gatte, August II. wurde ja bekanntlich katholisch, um König in Polen zu werden.
Eine Tafel, die an einem Kavaliershaus neben der Eberhardinenlinde angebracht war, erinnerte über Jahrzehnte an diesen mysteriösen Tod. 
Erhard Dubrau

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Ein Blick in die Residenzstadt Torgau

Liebe Leser der Ferienland Dübener Heide, heute haben wir eine ganz besondere Entdeckung gemacht. Wir sind in Torgau an der Elbe. Hier residierten die sächsischen Kurfürsten und Martin Luther weihte den ersten protestantischen Kirchenbau ein. Jetzt beginnt bald eine kleine Stadtführung u.a. zum Ringenhain-Haus, die sie hier täglich anbieten.

Viele Grüße aus der schönen Renaissancestadt
Ihre Redaktion

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Ein Wanderweg zum Sühnekreuz

Vom Mockrehnaer Ortsteil Gräfendorf führt ein knapp drei Kilometer langer Wanderweg zum Sühnekreuz. Markiert (braunes Rechteck auf weißem Grund) und beschildert führt er in nordöstliche Richtung. Es ist ein schöner Weg hinein in den Naturpark Dübener Heide. Am Ziel findet der Wanderer auf einer Schautafel Informationen zum Sühnekreuz von 1723. Den Weg kann man auch fortsetzen und gelangt nach Großwig, das zur Gemeinde Dreiheide gehört. Insgesamt sind es dann fast sechs Kilometer. 
Text + Fotos: H. Wicher

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Was für den Harz die Hexen sind, ist für die Dübener Heide der Teufel!
Im Naturpark ist der Teufel los!

Wanderfreunde und Spaziergänger sind sicher schon da und dort im Naturpark auf den Teufel gestoßen, der einem halben Dutzend Naturdenkmalen seinen Namen gegeben hat. Wer dem Teufel auf die Spur kommen will, dem möchte ich mit diesem Beitrag einige Geschichten mit auf den Weg geben. Es gibt manche zu erzählen, denn der Teufel spielt in den Sagen der Dübener Heide eine dominierende Rolle.
Sagen wurden über Jahrhunderte mündlich weitergegeben und erst später zu Papier gebracht. So ist es nicht verwunderlich, dass zu einer Begebenheit auch mal kontroverse Darstellungen vorliegen. Sei es wie es sei, ich möchte Sie zu einer teuflischen Wanderung einladen.
Wer gut zu Fuß ist, kann dem Teufel an einem Tag sieben Mal begegnen! Einen Überblick über die Stationen gibt Ihnen der Kartenausschnitt auf Seite 13, eine Wanderkarte ist jedoch zu empfehlen, denn einen ausgeschilderten „Teufelswanderweg" gibt es (noch) nicht.
Ihr Wanderführer W. Wototschek

Der Teufelsstein bei Schköna
Von der Verbindungsstraße Schköna-Schmerz/ Gossa liegt linkerhand der weithin in der Flur sichtbare Teufelsstein. Er ist einer der mächtigsten Findlinge im Naturpark. Seine Höhe beträgt zwei und der Umfang sechs Meter! Seinen Namen hat er von unseren Vorfahren. Die Sage erzählt, dass vor über 500 Jahren sich die Schkönaer von der Herrschaft des Teufels zu Pouch lösten und ihre eigene Kirche bauten. Der Teufel, der davon Kenntnis bekam, geriet in Wut, griff nach Steinen und schleuderte sie in Richtung Schköna. Der größte von ihnen fiel kurz vor dem Dorf ins Feld - die Kirche blieb den Bauern erhalten. Wie es bei den Sagen und Legenden so ist: diese Version des Geschehens ist nicht die einzige!

Der Teufelsberg zwischen Reinharz und Grosswig
Man läuft auf der unbefestigten Straße nach Grosswig und biegt gleich nach der wasserwirtschaftlichen Anlage nach rechts auf einen Waldweg zum Heideteich ein. Ein Hügelzug mit überwiegendem Kiefernaltholzbestand ist erreicht. Es ist der Teufelsberg. Gestandene Holzfäller aus dieser Region erklärten mir, dass die Waldarbeit in diesem Gebiet besonders schwer war. Da halfen nur Flüche, die sich auf den Teufel bezogen und so einem Hügel seinen Namen gaben. Am Fuße verläuft ein kleiner Bach. Meister Bockert lässt grüßen, wie der Biber im Volksmund genannt wird. Ein Abstecher ist zu empfehlen, denn sein Wirken ist nicht zu übersehen.

Der Teufelsteich und das Teufelsloch hinter Söllichau
Etwa drei Kilometer nach dem Ortsausgangsschild von Söllichau auf der Straße zur Schönen Aussicht und nach Bad Schmiedeberg befindet sich links ein Schild „Alte Pferdetränke". Sie begehen den Waldweg und erkennen nach wenigen Metern einen kleinen Weiher, der von den Heidebewohnern als Teufelsloch bezeichnet wird. An der nächsten Waldschneise wird durch einen Wegweiser auf den Teufelsteich aufmerksam gemacht. Damit ist das Wanderziel schon erreicht.
Diese Flur hat die Bezeichnung Deubitzgrund/ Deubitzwiesen. Die Verbindung zum Teufel ist hier in der sprachlichen Abwandlung zu sehen: Deubitz - Teufel. „Alte Pferdetränke" weist darauf hin, dass hier in früherer Zeit die Fuhrwerke Rast machten.

Der Teufelshut bei Reinharz
Eine schöne Wanderung führt von der Siebenarmsäule auf dem Reinharzer Weg zum Ziel. Unser Ausgangspunkt kann Bad Düben oder die Köhlerei am Eisenhammer sein. Nach 3,5 Kilometern Fußmarsch kommen Sie zur Wanderhütte „Dübener Häuschen". Hier verlassen Sie den Weg und begeben sich links auf die Waldschneise. An der nächsten Linie wieder links einbiegen und sie erreichen eine weitere Wanderhütte, das Reinholdhäuschen. Mit ein wenig Geduld können Sie dort den Teufelshut finden.
Die Sage erzählt, dass ein junger Förster zur Jagd unterwegs war. Die Müdigkeit überwältigte ihn und er legte sich zu einer Ruhepause nieder. Das nutzte der in der Nähe befindliche Teufel und entwendete den Hut des Forstmannes. Als der Förster erwachte, suchte er seinen Hut vergebens und fluchte: „Dann soll ihn der Teufel holen!" Daraufhin ergriff der Teufel den Hut und warf ihn in die Höhe. Da gab es Blitz und Donner und der Hut fiel als Stein herunter - als Teufelshut.

Die Teufelsschlucht bei der Schönen Aussicht
Die Schlucht im Bad Schmiedeberger Stadtwald ist auf den Wanderkarten als Höllenschlucht eingezeichnet. Da der Teufel in der Hölle wohnen soll und mancher Moschwiger und Schmiedeberger sie so nennt, kann sie in unsere Beschreibung aufgenommen werden. Zu erreichen ist die Schlucht auch von den Kurgästen. Von dem Ortsteil Weinberge in Richtung Bad Düben führt links der Kuhteichweg (Markierung: roter Punkt auf weißem Grund) über die Schlucht zum Höhenkammweg an der Schönen Aussicht. Die Namensgebung ist wohl auch durch die Waldarbeiter erfolgt, nur dass der Einschlag und das Rücken des Holzes hier noch viel anstrengender waren. So waren die Flüche noch deftiger und neben dem Teufel musste auch die Hölle herhalten.

Die Teufelsmühle in der Bad Schmiedeberger Flur
Auf dem Weg von Grosswig zu den Weinbergen, südwestlich von Bad Schmiedeberg, ist das Backsteingebäude nicht zu übersehen. Das originelle Relief vom Teufel an der Giebelfront des Hauses ist ein Werk des Bildhauers Bruno Kubas aus dem Heidedorf Dahlenberg.

alle Texte der Teufelsorte: Walter Wototschek

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Wohnkultur der Renaissance:
Das Bürgermeister-Ringenhain-Haus

Am 12. Juli diesen Jahres wurde das prächtige Wohnhaus des einstigen Bürgermeisters Paul Ringenhain als Museum eröffnet.
Das Anwesen Paul Ringenhains in der Breite Straße 9 war seinen Bewohnern Arbeits- und Lebensbereich. Über einer großzügigen Kelleranlage mit fünf Kellergewölben für die Bierlagerung erhebt sich das stattliche dreigeschossige Wohnhaus mit ebenfalls dreigeschossigem steilem Satteldach.
Eines der wohl schönsten Räume ist die so genannte Engelstube. Auf insgesamt 40 Feldern der Holzkassettendecke sind in einem Himmel aus Wolken und goldenen Sternen unterschiedlich gestaltete Engelfiguren dargestellt. Sie tragen Musikinstrumente, Leidenswerkzeuge Christi aber auch Blumen und Bauwerkzeuge. Bemerkenswert sind in diesem reich ausgestatteten Raum die in zarten Farben bemalten Konsolsteine an Fenster- und Wandbögen, die prachtvoll gearbeiteten Portale und die aufwändigen Türen mit Intarsienschmuck. Wir laden Sie ein, dieses Kleinod in Torgau selbst zu entdecken. Erleben Sie die Wohnkultur des Bürgertums der Renaissancezeit mit eingerichteten Saalstuben, einer Küche sowie einem Festsaal.
Cornelia König, Museumsleiterin

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
www.museum-torgau.de

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Über acht Brücken musst du geh‘n

Der Naturpark Dübener Heide wird eingerahmt von Mulde und Elbe. Unsere Gäste fahren somit über Brücken, wenn sie in unsere schöne Landschaft gelangen wollen. Natürlich kann man auch Fähren nutzen, um trockenen Fußes in die Heide zu gelangen, so in Gruna (Personenfähre für Wanderer und Radler) sowie in Pretzsch und Dommitzsch an der Elbe. Jedoch, wie der Titel es verrät, gilt heute die Aufmerksamkeit den Brücken. Was Flüsse trennen verbinden Brücken. So gilt „Brücken bauen" im übertragenem Sinne, denn sie sollen Sie locken, Ihre Freizeit erholsam bei uns zu verbringen.

Elbebrücke in Wittenberg

Muldestauseebrücke bei Pouch
Im Mai 1975 begann die Flutung des ehemaligen Tagebaus Muldenstein. Nach nur neun Monaten erreichte der Muldestausee als Spiegelverbreiterung der Mulde seinen Normalwasserstand. Zuvor wurde 1974 mit dem Bau der Brücke begonnen, der 1975 beendet war. Die Brücke bei Pouch ist ein Einlaufbauwerk und überquert mit einer Länge von 459 Metern die Mulde. Die Balkenbrücke ist eine Straßenbrücke, welche sich auf Pfeiler stützt. Auf den sieben Metern Fahrbahnbreite verläuft die Bundesstraße (B 100) sowie einseitig ein Fahrrad- und Fußweg. Von der Brücke aus bietet sich ein idyllisches Bild auf den Muldestausee.

Muldebrücke in Jeßnitz
Fürst Leopold mag seinerzeit die Chance erkannt zu haben, auch in Jeßnitz das Tor zu Dübener Heide zu öffnen. Und das mit einer richtigen Brücke über die Mulde, denn bis dahin ging es nur per Furt oder mit dem Kahn über den Fluss. Anno 1867 war es soweit, eine Bogenbrücke öffnete den Weg in die Heide. Zum Kriegsende 1945 wurde sie gesprengt, um die Alliierten aufzuhalten. Nach der Instandsetzung erhielt die Brücke einen hölzernen Bodenbelag, mit dem typischen klack…klack beim Darüberfahren. Im Jahre 1994 wurde die neue Leopoldbrücke in Dienst gestellt. Die in Jeßnitz aus dem Zug steigenden Heidebesucher merken kaum, wie viel Engagement die Einwohner in dieses Brückenprojekt mit eingebaut haben.

Elbebrücke in Torgau
Der Name Torgau ging um die Welt, als sich hier am 25. April 1945 die Alliierten an der Elbe auf der zerstörten Brücke begegneten. Vom ersten stadtseitigen Pfeiler dieser historischen Brücke – heute eine Aussichtsplattform – kann der Blick vom Schloss zur Eisenbahnbrücke über das Ostufer des Flusses bis zur neuen Straßenbrücke schweifen. Diese Brücke hat 12 Pfeiler und ist 509 m lang. Die Fahrbahn ist 8 m breit. Nach nur 18 Monaten Bauzeit wurde sie am 8. Juli 1993 freigegeben.

Gremminer Brücke in Gräfenhainichen
Im September 2001 wurde die „Gremminer Brücke" mit einem Brückenfest eingeweiht. Mit der Rad- und Fußbrücke, die über die B 100/B 107 zum Stadtbalkon von Gräfenhainichen führt, wurde ein Zugang zum Gremminer See geschaffen. Von hier bietet sich ein grandioser Weitblick über den Gremminer See zur Baggerstadt Ferropolis. Unterhalb des Stadtbalkons führt ein Rundweg (ca. 16 km) um den Gremminer See mit Anbindung an den Europaradweg R1.

Bad Dübener Muldebrücke
Die als Eingang zur Kurstadt fungierende Muldebrücke stammt aus dem Jahre 1995. Sie hat eine Gesamtlänge von rund 71 m und eine Bogenhöhe von knapp 13 m. Die erste urkundliche Erwähnung einer Brücke zur Stadt stammt aus dem Jahre 1226. Hochwasser, Eisgang und Sprengungen während der Kriege machten einen häufigen Brückenneubau im Lauf der Historie notwendig. Im Hintergrund die imposantesten Türme der Stadt: links sieht man den Burgturm und rechts den schlanken Turm der evangelischen Stadtkirche St. Nikolai.

Eilenburger Muldebrücke
Das Brückenbauwerk überspannt den Fluss und verbindet Eilenburg-Berg mit Eilenburg-Mitte und Ost. Eine architektonische Besonderheit der Eilenburger Brücke ist das auf der Südseite befindliche Scherfhaus. Die Brücke wurde am 20. August 1999 feierlich eingeweiht. Besonders erfreulich für Radfahrer und Spaziergänger sind die beidseitigen Geh- und Radwege mit jeweils rund dreieinhalb Metern Breite.

Muldebrücke in Friedersdorf
Das Auslaufbauwerk am Ende des Muldestausees verbindet die Orte Friedersdorf und Muldenstein miteinander. Zwei regional bedeutende Wanderwege führen über die Brücke: der „Bitterfelder Ring" (Markierung gelber Punkt) und der „Stauseering" (Markierung grüner Punkt). Wer rasten möchte, dem sei das Cafe Muldeblick an der Westseite oder das Bistro am Ostende der Stauseebrücke zu empfehlen. Aber Vorsicht: die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h. Kontrolliert wird oft und die „Knöllchen" sind nun mal nicht gratis.

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Sie werden nicht vergessen!

Auf dem Wege von Söllichau zum Militärbunker Kossa, steht nach dem Landgasthof Friedrichshütte rechts am Wegerand ein Gedenkstein. Besucher halte bitte ein! Eine Platte auf dem Stein sowie zwei Informationstafeln geben darüber Auskunft, dass hier im Zwangsarbeiterlager „Lager Heide" des Sprengstoffwerkes „Buche" zwischen 1942 und 1945 etwa 1500 Menschen, zum überwiegenden Teil aus der Ukraine in der Zeit des Faschismus zur Zwangsarbeit getrieben wurden. Mehr als 30 von ihnen fanden dabei den Tod.
Auf internationalen Druck befasst sich die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" seit 2000 mit diesem Un-recht; die noch Lebenden hatten Anspruch auf eine minimale finanzielle Abfindung. Das in kyrillischen Buchstaben geschriebene „ne sabudjem" ist nicht nur ein Gedenken sondern auch eine Mahnung. sz.

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Mockrehna Ein Ort am Rande der Dübener Heide

Willkommen in Mockrehna, dem Zentrum einer Gemeinde mit neun Ortsteilen, die mit über 115 Quadratkilometern Gesamtfläche die größte im Landkreis Torgau-Oschatz ist. Insgesamt leben in den Ortsteilen Audenhain, Gräfendorf, Klitzschen, Langenreichenbach, Mockrehna, Schöna, Strelln, Wildenhain und Wildschütz über 5500 Einwohner, davon rund 1370 in Mockrehna selbst. Mit einer nahezu perfekten Infrastruktur ausgestattet, bietet der Ort sowohl Einwohnern als auch Investoren ein optimales Umfeld.
Mockrehna wurde 1015 erstmals urkundlich erwähnt unter dem Namen „Muckerini". Erst nach dem Jahre 1800 erhielt Mockrehna seinen jetzigen Namen. Das Dorf entstand als ein für diese Gegend typisches Reihendorf. Es gliedert sich in Ober- und Unterdorf sowie die später entstandenen randdörflichen Bereiche. Zwischen Ober- und Unterdorf befindet sich der Platz, auf dem die Kirche des Ortes und das Gebäude der ehemaligen Schule stehen.
Die Bauernhäuser in der alten Dorfstraße sind mittelgroße Höfe. Mit historischen Bauwerken ist der Ort nicht sehr reich gesegnet. Bemerkenswert ist jedoch die Dorfkirche als Wahrzeichen mit dem sagenumwobenen Beil am Kirchturm. Die Kirche von Mockrehna ist das mit Abstand älteste Gebäude im Ort. Als Erbauungsdatum wurden die Jahreszahlen 1208 und 1214 genannt, jedoch ohne Quellenangaben. Bei der im romanischen Stil erbauten Kirche handelt es sich um eine Chorturmkirche, was bedeutet, dass sich der Turm auf der östlichen Seite des Kirchschiffes befindet. In der Kirchturmspitze steckt ein Zimmermannsbeil. Womit wir eigentlich beim Wahrzeichen von Mockrehna sind.
In alten Chroniken und Legenden wird erzählt, dass um das Jahr 1705 ein Müllerbursche Namens Pumphut lebte, von desselben Stärke und wunderbaren Kräften sich bis auf unsere Zeit lustige Erzählungen erhalten haben. Pumphut war ein armer, aber auch pfiffiger Müllerbursche aus der sorbischen Teich- und Heidelandschaft. Sein ständiger Begleiter ist sein strohgelber Hut mit einem blauen Band. Mit und aus diesem Zauberhut kommen die magischen Kräfte.
Pumphut setzte seine Zauberkraft geschickt bei den geizigen und habgierigen Müllermeistern ein. Pumphut gebraucht sie auch bei Witz und manchen Schabernack. Auf der Walz zu den verschiedenen Wasser- und Windmühlen kam er dabei in viele Landschaften und Länder. Es wird erzählt, beschrieben und „wohl sogar versichert" dass Pumphut von Westfalen bis Brandenburg, im Erzgebirge, in Mockrehna, in Litauen und in vielen anderen Orten sein Wesen als Schalk und Possenreißer getrieben haben soll.
Auf dem Dorfplatz an der Kirche steht heute eine Bronzefigur vom Pumphut. Sie wurde im Jahr 2000 vom Künstler Gert Büttner geschaffen. Jedes Jahr erneut ein Magnet für zahlreiche Besucher aus nah und fern ist das Pumphutfest, welches von den örtlichen Vereinen organisiert wird. Ein Höhepunkt ist der traditionelle Beilzielwurf. Die Vereine der einzelnen Ortsteile sorgen dabei für viel Spaß und Unterhaltung. 2008 findet das Pumphutfest Mitte Juni statt.

Ein Wanderangebot vom Ortsteil Gräfendorf zum Sühnekreuz finden sie auf Seite 16.

www.mockrehna.de, Kontakt: 034244/ 57 433

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Nützliche Schlehe

Die meisten Leser kennen die Ende September/Anfang Oktober schwarz-blauen, bis etwa 13 mm dicken Steinfrüchte des Schlehdorns, auch Schwarzdorn genannt. Im März und April sind vielerorts kleine weiße Blüten an bis zu zwei Meter hohen und sparrigen Sträuchern zu sehen. Durch treibende Sprösslinge sind oft dichte Hecken entstanden.
Die kugeligen Früchte schmecken sehr herb und erinnern in der Form an kleine Pflaumen, denn Mirabelle und Pflaume wurden einst aus der Schlehe gezüchtet. Geerntet werden die Früchte nach den ersten Frösten oder schon vorher, dann aber in den Gefrierschrank gelegt. So verlieren sie ihren bitteren Geschmack. Die Blüten und Früchte werden gesammelt und verarbeitet. Die Gerbstoffe, Mineralien und Vitamin C enthaltenden Früchte zu heilkräftigem Saft, zu Marmelade, Kompott sowie Wein und Likör. Tee aus frischen Blüten ist ein Blutreinigungsmittel, stärkt den Magen und galt schon zu Sebastian Kneipps Zeiten als Abführmittel.
Nach einem arabischen Rezept, das ich in Jordanien kennenlernte, kann man mit einem Schlehen-Elixier seinen Körper gegen Frühjahrsmüdigkeit in Schwung bringen: Füllen Sie zwei große Hände voll Schlehenblüten in ein Einmachglas und geben zwei Esslöffel eines möglichst flüssigen, milden Honigs darüber. Darauf gießen Sie einen ¾ Liter trockenen Weißwein, stellen den Ansatz für mindestens eine Woche an einen hellen Platz, schütteln täglich vorsichtig durch und filtrieren sobald sich der Honig aufgelöst hat. Täglich ein Likörgläschen davon trinken - das verleiht neue Kräfte! 
Text+Foto: H. Wicher

 

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