Frühjahrsausgabe 99

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Ausgabe 28 Frühjahr 1999

Inhalt:

Dübener Heide - einfach gesund (Seite 1)
Der Höhepunkt in diesem Jahr - der 99. Deutsche Wandertag bei uns in der Heide (Seite 2)
Blume des Jahres - die Sumpfdotterblume (Seite 3)
Wir sehen uns wieder in der Dübener Heide (Seite 4)
Das Wandern ist des...., oder ein Tag in Bad Düben (Seite 5)
Katharina von Bora in Wittenberg (Seite 6)
Katharina von Bora in Torgau (Seite 7)
Theaterreise(Seite 9)
3. Fläming-Frühlingsfest in Zahna am 25.04.1999
Über die Schmiedeberger Höhen ( 28.empfohlene Wanderung) (Seite 10)
3000 Quadratmeter Gesundheit (Seite 11)
Schmetterlingspark in Wittenberg
Pegelmesshaus an der Elbbrücke Wittenberg ( Seite 12)
Kennen Sie den Ochsenkopf ( Seite 13)
Patronatskirche in Wölkau (Seite 18)
Ein Denkmal erzählt  (Seite 19)
"Generalfeldmarschall von Mackensen Gedächtnisverein" e.V. (Seite 19)
Herzlich willkommen im Erlebnis Dorf
Der aktuelle Veranstaltungskalender (Seite 23 ff)
VI. Großes Kremsertreffen am 29./ 30.05.1999(Seite 31)

  Dübener Heide -einfach gesund!

Gruß aus Bad DübenZwischen Leipzig und Berlin ist der Naturpark Dübener Heide eine erste Adresse für Erholungssuchende! Umrahmt von Mulde und Elbe lockt das waldreiche, sanfte Hügelland die Besucher in die reiche, oft einzigartige Flora und Fauna. Vor allem können Sie sich bei frischer, sauberer Luft bewegen - ganz gleich ob bei kleinen Spaziergängen, großen Wanderungen oder heidequerenden Radtouren. Entspannung wird groß geschrieben, die Sorgen bleiben zu Hause und Sie tanken neue Kraft. Auch Fröhlichkeit und Unterhaltung sind ein wahres Lebenselixier. Weit bekannt sind unsere beliebten Volksfeste, wie das 6. Große Kremsertreffen in der Dübener Heide. Das ist die eine Seite der Gesundheit, die zweite Seite sind unsere schönen Kurorte Bad Düben und Bad Schmiedeberg. Die Patienten in den Reha - Kliniken und bei den ambulanten Kuren sind des Lobes voll, sie finden bei vielen Leiden Heilung oder Linderung. Mehr und mehr kommen Gäste zu prophylaktischen Kuren, so hat Bad Schmiedeberg u.a. Kompakt - Kuren im Angebot, die von gesundheitsbewussten Leuten zunehmend in Anspruch genommen werden. Am besten Sie informieren sich selbst, es lohnt sich!
Ganz wichtig: Ende des Jahres werden in beiden Kurstädten neue Häuser das Kuren noch angenehmer und intensiver machen. Bad Düben erhält ein Kurzentrum und Bad Schmiedeberg ein Kurmittelhaus. Beide sind aus den Fundamenten längst herausgewachsen, die Konturen sind schon klar zu erkennen, vom Innenleben lassen Sie sich dann überraschen.

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Der Höhepunkt in diesem Jahr der 99. Deutsche Wandertag bei uns in der Heide

Ende Juli Anfang August erwartet die Bewohner der Dübener Heide ein Großereignis besonderer Art. 10.000 bis 15.000 Wanderer aus allen deutschen Landen werden sich treffen, um gemeinsam unsere Region zu Durchstreifen, über ihre Verbandsaufgaben zu beraten und mit den Gastgebern zu feiern. Ein attraktives Rahmenprogramm wird zusätzlich etwa die gleiche Besucherzahl aus dem Umland anziehen.
Zu den Höhepunkten gehören
- die Begrüßung der Wimpelgruppe aus Bad Driburg und die offizielle Eröffnung in Bad Düben am Donnerstag, 29. Juli,
- der Festumzug der Wandervereine in Bad Schmiedeberg am Sonntag, 1. August, 14.00 Uhr
- die Abschlussveranstaltung in Bad Düben am Montag, 2. August. Noch nie waren so viele Besucher aus allen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland gleichzeitig bei uns in der Dübener Heide zu Gast. Die Zufriedenheit unserer Gäste entscheidet darüber, wie sie zu Hause mit ihren Nachbarn Freunden über uns sprechen, ob sie uns als interessante Region und gute Gastgeber weiterempfehlen und ob sie selbst noch einmal in die Dübener Heide kommen. Uns bietet sich die einmalige Chance unser touristisches Niveau zu zeigen und für uns zu werben.
Ein erfolgreicher 99. Deutscher Wandertag setzt gründliche Vorbereitung voraus. Viele Bürger sind bereits seit längerem dafür tätig. Ein Vorbereitungsbüro befasst sich mit der detaillierten Planung. Ihm zur Seite steht ein Beirat unter Vorsitz von Herrn Landrat Littke. Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften erarbeiten Angebote für Gäste. Aber das wichtigste ist, dass sich alle Bewohner der Heide mit dieser Veranstaltung verbunden fühlen.
Schon während der Vorbereitung wurden deutlich, die Wanderer sind wissbegierig, sie wollen möglichst viel über die Region und das Leben der Menschen erfahren. Freundliche und auf geschlossene Gastgeber sind deshalb das A und O.
Wir werden dieses Ereignis gemeinsam nutzen, um touristisch für die Dübener Heide zu werben, um langfristig Besucher zu gewinnen und den Tourismus zu einer soliden Einnahmequelle zu gestalten.
Wer mehr über die Veranstaltungen wissen will, wende sich an die Tourismusinformationsstellen in der Region oder an das Vorbereitungsbüro. Dort ist auch das Programmheft erhältlich.

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Wir sehen uns wieder in der Dübener Heide!

Das war der Abschiedsgruß alter und neuer Heidefans, wenn sie sich nach Erkundigungen an unserem Stand in Halle 4 zur Leipziger Tourismusmesse im November 1998, beladen mit unserer neuen Ausgabe des „Ferienland Dübener Heide“ und weiteren Prospekten zu Hotels und Gaststätten, Reiterhöfen und Bädern, Wanderungen und neuen Freizeittipps auf den Weg machten. Viele schauten der temperamentvollen Tanzgruppe aus Eilenburg und den Spinnerinnen aus der Heide zu. Gerade für viele Naturfreunde aus dem Leipziger - Hallenser Raum ist es inzwischen geradezu eine Freude geworden, den Fremdenverkehrsband Dübener Heide beim Biber „Dübi“ zu begrüßen.


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Streuobstwiesen

Die CONRADI - Wanderung im zeitigen Frühjahr lockt jährlich nicht nur zahlreiche Jeßnitzer Bürger ins Freie. Auf den fünf Kilometer langen, geführten Rundwanderung bedeutet das gewissermaßen das Anwandern, das Schnuppern nach den ersten Frühlingsboten, die sich im Salegaster Auwald bei Jeßnitz manchmal schon Anfang März dem aufmerksamen Besucher zeigen. Das Bild zeigt Streuobstbestände am Wanderweg, die verbreitet unter besonderem Schutz stehen, nicht nur im Raum Jeßnitz. Wer bei der kommenden Wanderung dabei sein möchte: 13. März, 10.00 Uhr, Jeßnitz, Markt. 


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Das Wandern ist des ...,oder ein Tag in Bad Düben

Mit dem Auto von Leipzig kommend, quert man die Mulde und sieht links die 1000 jährige Burg Düben, welche gerade aufwendig saniert wurde. Das Auto ist schnell geparkt, die Wanderschuhe zugeschnürt und schon kann er losgehe, der Gang durch Bad Düben.
Im Burggarten erwartet den technisch interessierten Besucher eine Schiffmühle, welch bis in die 50iger Jahre unseres Jahrhunderts auf der Mulde verankert war und als einzige, erhaltene ihrer Art in Deutschland gilt. Vom Burggarten aus durch den Turm „Lug ins Land“ gehend, gelangt man in den Burghof, der einen weiten Blick über die Muldewiesen zulässt. Im Burgmuseum, das zum 99. Deutschen Wandertag wieder geöffnet ist, können Stationen der Geschichte Dübens, mit unterschiedlichen Exponaten und Einzelausstellungen wie: Alaunbergbau, Hexenprozesse, Napoleon, Blücher, Hans Kohlhase (bekannt auch als Michael Kohlhaas durch eine Novelle von Heinrich von Kleist) besichtigt werden.
Bad Düben hat aber nicht nur historische Sehenswürdigkeiten, sondern, und jetzt kommen die Wanderschuhe zum Einsatz, schöne Rundwanderwege, vorbei an der Mulde mit dem Roten Ufer, dem historischen Kurpark mit seinem sanierten Kurhaus, in dem der Gast gemütlich verweilen kann und eine gepflegte Altstadt, in der viele Gebäude nach historischem Vorbild renoviert worden sind. Wenn der Wanderer jetzt schon müde ist, kann er in einer der vielen Gaststätten gemütlich und gepflegt essen und trinken. Von schönen Biergarten des Hotels Schützenhausen kann man weit über die landschaftlich reizvolle und bei Sonnenuntergang romantische Muldeaue blicken. Am Kurpark eröffnet im Dezember 99 ein neues Kurzentrum seine Pforten.
Mit diesem multifunktionalen Haus und seinen herausragenden Gesundheits-, Wellness- und Fitnessangeboten ist Bad Düben, neben der Rehaklinik für das nächste Jahrtausend gerüstet. An der nördlichen Stadtgrenze, Ortsteil Hammermühle, fängt dann so richtig die Heide an. Eine reizvolle Landschaft lädt den Wanderer ein und führt ihn über kilometerlange Wanderwege Vorbei an Sumpf- und Moorgebiete, Waldwiese, Seen bis hin zu großen Landstrichen, in denen der Biber eine Heimat gefunden hat. Nach einer richtigen guten Wanderung kann man in Bad Düben in einem der zahlreichen Hotels. Pensionen oder Privatquartiere übernachten und nach einem guten Abendessen die nächste Wanderung planen.

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Heidehexen gut versorgt

Dieser, Anfang unseres Jahrhunderts kursierende Spottvers, trifft für fast alle Heidedörfer zu und hat einen ersten Hintergrund. Arm war das Leben in der Heide, es musste genutzt werden, was sich bot! Wir erinnern an die in früheren Ausgaben erschienenen Artikel über Harzgewinnung, Köhlerei usw. So wurden z.B. Vertrocknete Kiefernstämmchen zu größeren Quirlen verarbeitet, indem man einfach einen Astquirl zurechtschnitt; weiter anfallende gerade Stücke noch zu Besenstielen verwendet. Der eigentliche Besen entstand aus Birkenreisig Mehrere Ruten zu einem Bündel verdrahtet, diese wieder zusammengefasst, fertig war der Stallbesen.
So leicht es sich schreibt, war es jedoch nicht. Es brauchte schon Übung, sollte ein haltbares und ansehnliches Gerät daraus werde. Da fand sich fast in jedem Ort jemand, dem das besonders gelang. Im Tausch gegen anderes fertigte der dann „Reisbessen“ für den ganzen Ort. Heute ist diese Kunst fast in Vergessenheit geraten, aber nur fast, denn im Schullandheim Bad Düben wird dieses alte Handwerk gepflegt. Gemeinsam mit den Kindern wird Birkenreisig gesammelt. Anschließend wird es mit einer Bündelreisigmaschine gebündelt und eingelagert. Den Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen wird im Schullandheim Bad Düben das Handwerk des Besenbindens anschaulich demonstriert. Anschließend können die Besucher einen kleinen Besen binden und diesen als Andenken mit nach Hause nehmen.
Auch Herr Reinhard Schwalbe in Wellaune fertigt Reisigbesen, denn Nachfrage besteht nach wie vor, oft zeigt er auf regionalen Festen seine Kunst und manche „Hexe“ hat sich dabei auch einen Besen für den Nachhauseritt gekauft!

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Über die Schmiedeberger Höhen

Ich möchte sagen, dass die Zeitung „Ferien Dübener Heide“ wunderbar ist und schön ist auch, dass mein Foto von der Rast unseres Vereins I.G. Chemie Bitterfeld am Hirtenborn in der Sommerausgabe veröffentlicht wurde. Nun möchte ich auch für andere Wanderlustige diese große Wanderung beschreiben.
Unser Weg begann in Söllichau, wohin wir mit dem Zug von Wittenberg gelangten.
Schon hier hatten wir viel Spaß, denn unter Gleichgesinnten gibt es immer Gesprächsstoff. Die Bahnlinie überquert, ging es zum ersten Zielpunkt der Friedrichshütte. Hier an diesem idyllischen Fleck, mitten im Wald, findet das alljährliche Große Kremsertreffen statt. Von hier aus wurde es etwas schwierig, um zum Heidekammweg nach Dahlenberg zu gelangen. Entlang der Wanderkarte „Naturpark Dübener Heide“ mussten wir den Mutterlosen Berg, Militärgelände, um gehen. Hoffentlich gehört das bald der Vergangenheit an!
Dahlenberg überraschte uns mit einer Vielzahl Attraktionen, so der Hirtenborn und der Nachbarbierbrunnen, geschaffen von Bruno Kubas, der in diesem Heidedorf lebt. Auch der Naturlehrpfad und der Weg am Stausee entlang waren ein Erlebnis. An der Badestelle Wären wir bei 27 Grad Celsius gern ins Wasser Gesprungen, doch es war Ende April und das kalte Wasser Hätte uns erschreckt.
Übrigens, der Tip in der Zeitung vom „Bauernstüb 1“ in Darlenberg war vorzüglich: die köstlichen Bratkartoffeln mit hausgemachter Sülze und Schwarzbier waren eine Einkehr wert. Hier könnte man auch übernachten und ein paar Tage Urlaub machen. Angelangt am Waldhotel „Hachemühle“ wurde im Biergarten Kaffee getrunken. Ein Stück weiter vereinigt sich der Heidekammweg mit dem Gebietswanderweg bis Moschwig, es ging auf Bad Schmiedeberg zu. Wir bummelten durch die Stadt und den Kurpark. Wir erfreuten uns an den schmucken Häusern, deren Farben in der Sonne leuchteten.

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Entlang der Heide Katharina von Bora in Wittenberg

Am 29. Januar 1999 jährte sich der Geburtstag von Katharina von Bora, Luthers Ehefrau, zum 500. Mal.
So außergewöhnlich wie auch der Reformator war auch die Frau an seiner Seite, so spannend wie sein Lebensweg verlief auch der ihre.
1499 wurde sie als Tochter eines verarmten sächsischen Adligen in Hirschfeld, nach anderen Quellen in Lippendorf, geboren.
Bereits mit sechs Jahren gaben die Eltern sie ins Augustinerinnenkloster St. Clemens in Brehna. 1509 wurde Katharina im Kloster Nimbschen aufgenommen. Am 8. Oktober 1515 weihte man sie zur Nonne. Im Kloster lernt sie Lesen, Schreiben, Rechnen und die Anfangsgründe des Latein. Sie erhält Einblick in die wirtschaftliche Organisation des Klosters und erwirbt Kenntnisse im medizinischen Umgang mit Kräutern. Zu Beginn der 20er Jahre des 16. Jahrhunderts scheint sie mit Lutherschriften in Kontakt gekommen zu sein.
Katharina von BoraIn der Nacht vom 6. Zum 7. April unternimmt sie zusammen mit elf weiteren Nonnen die Flucht aus dem behüteten Dasein des Klosters in eine völlig ungewisse Zukunft. Neun der geflohenen Nonnen werden über Torgau nach Wittenberg gebracht. Luther selbst bemüht sich um ihre Versorgung. Einige von ihnen können verheiratet werden. Katharina von Bora wohnte zunächst wahrscheinlich im Hause Lucas Cranachs. Eine geplante Verbindung mit einem jungen Nürnberger Patrizier scheitert an dessen Eltern. Katharina lebt, beobachtet von jedermann, weiterhin im Hause des Malers. Eine von Luther empfohlene Eheschließung mit dem Pfarrer Glatz lehnt Katharina kategorisch ab. 1524 erklärt sie sich jedoch bereit, entweder Luther oder dessen Freund Hieronymus Amsdorf zu heiraten. Am 13.6.1525 erfolgte die Eheschließung der entlaufenen Nonne mit dem ehemaligen Mönch. Als Katharina ins Schwarze Kloster einzieht, findet sie zum Haushalten fast nichts vor. Zunächst müssen der notwendigste Hausrat und Möbel beschafft werden. Das ehemalige Kloster wird nach und nach den Bedürfnissen der sich vergrößernden Familie angepasst. In den folgenden zehn Jahren bringt Katharina sechs gesunde Kinder zur Welt.
Außerdem erziehen die Luthers noch zahlreiche Kinder von früh verstorbenen Verwandten. Im Haus richtet Katharina eine Studentenburse ein. Es ist davon auszugehen, dass täglich mindestens dreißig Personen zu versorgen waren.
Wahrscheinlich beschäftigte Katharina bis zu zehn Mägde und Knechte, um das große Hauswesen mit Viehzucht, Gärten und Gütern, Bierbrauen und ähnlichem zu bewältigen. Für Luther, die Kinder und Hausgenossen, in Pestzeiten aber auch für die Wittenberger, ist sie aufopferungsvolle Krankenpflegerin.
Luther schätzt das Tun seiner Frau und lässt ihr in Dingen des Haushaltens freie Hand. In Briefen nennt er sie anerkennend und ein wenig spöttisch zugleich „mein Herr Käthe“. In seinem Testament setzt Luther seine Frau, für seine Zeit völlig unüblich, in Anerkennung ihrer Leistungen als Erbin und Vormund ihrer Kinder ein. Nach Luthers Tod beginnen für sie schwere Jahre. Im Bemühen, die Familie, muss sie viele Rückschläge hinnehmen und durchlebte schwere Stunden.

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Entlang der Heide - Katharina von Bora in Torgau

Am 21. Dezember 1552 gegen 3.00 Uhr nachmittags sich ein langer Trauerzug zur Torgauer Stadtkirche.
Professoren und Studenten der damals nach Torgau geflüchteten Wittenberger Universität geleiteten Frau Käthe Luthers sterbliche Überreste zu Grabe. In der Stadtkirche St. Marien fand diese bemerkenswerte Frau ihre letzte Ruhe, eine Ehrung, die sonst nur hochgestellten Personen zuteil wurde.
Ihr Sterbehaus befindet sich in der jetzigen Katharinenstraße 11, dort befindet sich auch seit 1996 eine Gedenkstätte, die Katharina - Luther - Stube. Dies ist die einzige Gedenkstätte für die Ehefrau des Reformators. Die erste Berührung mit Torgau hatte Katharina von Bora bei der schon erwähnten Flucht aus dem Kloster Nimbschen. Die Nonnen schrieben einen Brief an Martin Luther, inspiriert von den Ideen der Reformation, und baten um Hilfe.
In seiner Antwort riet er den Nonnen, sich an ihre Eltern zu wenden, damit sie wieder von ihnen aufgenommen werden. Diese jedoch waren dazu nicht bereit und so ließ schließlich der Reformator die Flucht der Nonnen organisieren. Unterstützung dazu erbat er von seinem Torgauer Freund Leonhard Koppe, Besitzer eines Stadtgutesund längere Zeit Torgauer Ratsherr. Bestärkt in der Ausführung seines Planes wurde er auch durch den Torgauer Pfarrer Gabriel Zwilling (Didymus).
Ein günstiger Umstand war, daß das Kloster regelmäßig von Koppe beliefert wurde und dies tat er dann auch mit gesalzenen Heringen zur Fastenzeit, Ostern 1523. Auf dem Rückweg nahm er leere Fässer mit. Die Torhüter schöpften keinen Verdacht: 12 Nonnen, unter ihnen Katharina von Bora, schlichen schnell zum Fuhrwerk, versteckten sich darauf, und Koppe fuhr davon.
Nach vierstündiger Fahrt langten sie am frühen Ostersonntag in Torgau an und wurde von Gabriel Zwilling empfangen. Vor Marienenkirche harrten schon Hunderte Torgauer Bürger der entwichenen Nonnen und des Ostergottesdienstes.
Die erste Nacht der Freiheit verbrachten die Nonnen im Hause Koppes und wurden mit weltlicher Kleidung aus Spenden des Torgauer Bürgertums versorgt. Am nächsten Tag, dem 8. April 1523, ging die Reise weiter nach Wittenberg.
Bescherten durch die Äbtissin wegen der Entführung blieben beim Kurfürsten ohne Wirkung.
Und warum vollendete sich ihr Schicksal gerade wieder in Torgau?
Im Juli 1552 wurde wegen der drohenden Pestgefahr die Universität Wittenberg nach Torgau, in das ehemalige Franziskanerkloster, verlangt. Im September beschloss Katharina mit ihren beiden jüngeren Kindern, Paul und Margarete, ebenfalls nach hier zu fliehen. Sie lenkte den Wagen. Kurz vor Torgau scheuten die Pferde und sie sprangen herunter, um diese aufzuhalten. Dabei stürzte sie hat zu Boden und fiel in einen Graben. Kurze Zeit bewusstlos, klagte sie anschließend über heftige Hüftschmerzen. Es stellte sich heraus, dass ihre Beckenschaufel gebrochen war, sie wusste, wie es um sie stand, „denn es ist eine Krankheit zu Tode“. Am 20. Dezember 1552 verstarb Käthe Luther im „Haus auf dem Scharffenberge“.
Ihre Kinder setzten ihr in der Stadtkirche St. Marien einen Grabstein mit einem ausdrucksvollen Bild. Die Umschrift des Steines lautet: „Anno 1552 den 20ten Dec. ist in Gott selig entschlafen alhier zu Torgau Herrn D. Martini Luthers selige hinterlassene Witwe Katharina“.
In Wittenberg und Torgau werden eine Vielzahl von Veranstaltungen an den 500. Geburtstag der Katharina, an das Leben und Wirken dieser Frau, erinnern.
Dazu gehören u.a. ein Luthermarkt in Torgau, das Stadtfest Luthers Hochzeit in Wittenberg, Ausstellungen, Seminare und Vorlesungen, Theater und Konzerte. Und nicht zuletzt die Theaterreise vom Kloster Nimbschen nach Wittenberg.

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Theaterreise von Kloster Nimbschen über Torgau nach Wittenberg, auch die Dübener Heide

Im Bora-Jahr 1999 gestalten die Städte Wittenberg, Torgau und Grimma die Flucht der 11 Nonnen aus dem Kloster Nimbschen aus dem Jahre 1523 nach.
Beginn dieser spektakulären Nachgestaltung der Flucht ist an der Klosterruine Nimbschen, das zirka sechs Kilometer südlich der Stadt Grimma an der Mulde liegt.
Am 12.Mai 1999 um 18:00 Uhr findet dort die Festveranstaltung statt.
Am nächsten Tag (Himmelfahrt) begibt sich der Troß, unter anderem mit zehn Planwagen, nach Trebsen. Hier und an allen anderen Haltepunkten wird ein Theaterstück von Harald Müller aufgeführt, das Bezug auf die Nonnenflucht nimmt. Die gesamte Wegstrecke wird von den Teilnehmern in historischen Kostümen zu Fuß, zu Pferd oder im Planwagen zurückgelegt. Am Freitag führt der Zug über Börln nach Frauwalde.
Am Samstag, dem 15. Mai wird Torgau erreicht, wo am Abend auf dem Schlosshof eine Großveranstaltung stattfindet. Über Dommitzsch und Lausiger Teiche gelangt der Zug am Sonntag nach Bad Schmiedeberg. Hier feiern die Schmiedeberger und ihre Gäste das Margarethenfest. Der Zug endet am Montag in der Lutherstadt Wittenberg. Orte auf der Strecke sind Meuro, Rackith und Wachsdorf.
Den genauen Zeitplan der Reise zwischen dem 12. Und 17. Mai entnehmen Sie bitte der <Tagespresse.

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3. Fläming-Frühlingsfest in Zahna/ am Sonntag, den 25. April 1999

Das Flämingstädtch Zehna liegt zirka 13 km nordöstlich der Lutherstadt Wittenberg.
Rund um das1897 erbaute Rathaus, den Kirchplatz sowie den Anrainerstraßen wird sich vieles von dem abspielen, was die Region Fläming, in der das Brauchtum noch groß geschrieben wird, charakterisiert. Folklore aus dem gesamten Fläminggebiet ist auf zwei Bühnen zu hören und zu sehen. Trachtenvereine stellen den Fläming liebenswert vor. Einbezogen wird auch die Kreuzkirche St. Marien, unmittelbar am Markt gelegen, mit einer Ausstellung über Kirchen im Landkreis. Diese romanische Kirche aus dem Jahre 978 ist eine der letzten sieben dieser Architekturform in Europa. Auch das Bauernmuseum Zehna, etwa 500 m vom Markt entfernt gelegen, erwartet die Festgäste.
Traditionelles Handwerk, Gewerbetreibende, Händler und Gastronomen werden sich an 100 Ständen präsentieren. Auch für die Kinder ist eine Menge los - Karussell, Ponyreiten, Kremserfahrten, Hüpeburg, Bastelstraße ... Von 10:00 bis 18:00 Uhr werden sie zum Frühlingsfest in Zehna erwartet. 

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3000 Quadratmeter Gesundheit

Im Herbst werden sich die Türen des neuen Bad Schmiedeberger Kurmittelhauses öffnen. Das traditionsreiche Moorbad in der Dübener Heide - seit über 120 Jahren werden hier orthopädische und gynäkologische Erkrankungen behandelt - verfügt dann über eines der modernsten therapeutischen Zentren Deutschlands. Auf ungefähr 3000 Quadratmetern kann jedermann das breite medizinische und therapeutische Leistungsangebot nutzen. Im neuen Kurmittelhaus werden die ortsgebundenen natürlichen Heilmittel - Moor und Mineralwasser - für die medizinischen Behandlungen zur Verfügung gestellt.
Neben den bewährten Naturmoorbädern und -packungen können Besucher erstmals auch das Wasser des Bad Schmiedeberger Margarethenbrunnens und des Kurfürstenbrunnens für Trinkkuren nutzen. In großzügig gestalteten Foyers werden die Entnahmestellen für die wertvollen Mineralwässer sein.
Auch das bisher praktizierte breite Spektrum Kneipp´scher Anwendungen wird durch ein Wassertretbecken sinnvoll ergänzt. Neue Therapie- und Sportmöglichkeiten ergeben sich durch das Schwimmbecken des Hauses, mit dessen Hubboden die Wassertiefe bis zu 1,80 Metern eingestellt werden kann.
Viel Platz wird natürlich auch für Massagen, Elektrotherapie, Gymnastik und Fitness, Gesundheits- und Ernährungsberatung, Ergotherapie und psychotherapeutische Betreuung sein. So entsteht eine zweite Lehrküche, denn die Kochkurse zur gesunden Ernährung erfreuen sich bereits jetzt außerordentlicher Beliebtheit. Zusammen mit Diätassistentinnen werden in Gruppen bis zu fünf Personen Rezepte vegetarischen Kochens ausprobiert.
Das Kurmittelhaus des Eisenmoorbades bietet durch seine harmonische und elegante Gestaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Ausruhen und Entspannen. Ein über drei Etagen gehendes Atrium eignet sich für Ausstellungen, Lesungen oder musikalische Darbietungen. Kaminzimmer, Bibliothek oder Cafe´ laden zum Verweilen ein für die Zeit zwischen den verschiedenen Anwendungen.
Im neuen Bad Schmiedeberger Kurmittelhaus können täglich bis zu 700 Behandlungen abgegeben werden. Damit ist ein Therapiezentrum mittlerer Größenordnung avisiert, dass auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Es wird nicht das Größte, aber mit Sicherheit eines der Schönsten und funktionellsten. Probieren Sie es aus. Kuren helfen, Gesundheit zu erhalten oder wiederzuerlangen.

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Klein aber fein:

Pegelmesshaus an der Elbbrücke Wittenberg
Pegelmessungen an der Elbbrücke werden seit 1817 durchgeführt. Bis zum Bau des Pegelmesshäuschens im Jahre 1905 auf der Südseite der Elbe am Brückenkopf erfolgte die Messung des Pegelstandes mittels eines Lattenmesspegels. Diese Messstelle befand sich damals allerdings auf der stadtzugewandten Elbseite.
Ein Schreibpegel maß ab 1905 kontinuierlich die Pegelstände der Elbe. Das Wasser- und Schifffahrtsamt sanierte 1995 unter Denkmalschutzgesichtspunkten das Pegelmesshaus.
Bereits zwei Jahre vorher wurde eine Automatische Messanlage mit Messwertansage und Datenfernübertragung eingebaut.
Seit Beginn der  Messungen wurde im Februar 1862 der höchste Pegelstand der Elbe in Wittenberg mit 6,28 m registriert. Den niedrigsten Pegelstand zeichnete das Messgerät 1952 auf. Dieser lag bei 94 cm. 

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Kennen Sie den Ochsenkopf?

Heute möchten wir Ihnen eine Landschaft in der Dübener Heide vorstellen, die in ihrem touristischen Zentrum einen originellen Namen trägt und für Naturfreunde eine Augenweide ist.
Freilich fehlen hohe Berge; die höchste Erhebung, die Hohe Gieck (193 m NN) ist schnell erstiegen, aber die ausgedehnten Wälder mit mächtigen Buchen und Eichen, gewaltigen Kiefern und schlanken Birken laden jeden Naturfreund zum Wandern und zur Erholung ein. Geschützte Pflanzen und Gehölze, ausgedehnte Flächen mit Heidel-, Preisel- und Waldbeeren säumen die Wege. Herrliche Pilze, wie Maronen, Rotkappen, Birken- und Steinpilze wachsen im Überfluss. Rehe und Hasen flüchten vor dem Wanderer, stille Waldwiesen; unzählige Rinnsale, versteckte Seen und Moore, z.B. das Biosphärengebiet mit den Biberburgen. 


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