Ausgabe 35 Winter 2000/01
Inhalt:

Winter
in Bad Schmiedeberg
Der
schöne Kurort hat zur jeder Jahreszeit seinen Reiz, so auch in der Winterzeit,
wie es das romantische Weihnachtsbild im verschneiten Kurviertel zeigt.
Wir
empfehlen Ihnen:
Buchen Sie eine Kur in der Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur-GmbH. Vielfältige
Möglichkeiten werden für Ihre Gesundheit und das Wohlbefinden angeboten. Von
der Schnupperkur bis zur Kompaktkur reicht die Palette.
Wir
empfehlen Ihnen:
Tauchen Sie unter im BASSO, der Bad Schmiedeberger Schwimmoase. Für Jung
und Alt wird Spaß und Fitness geboten, ob auf der Riesenrutsche oder in der
Sauna.
Wir
empfehlen Ihnen:
Schauen Sie nach einem Spaziergang zum Jungferngrab vom Turm des Restaurants
,,Schöne Aussicht” ins weite Land, bis hin zum Völkerschlachtdenkmal
schweift der Blick.
Wir
empfehlen Ihnen:
Schlendern Sie am Sonnabend, den 9. Dezember über den gemütlichen
Weihnachtsmarkt am Rathaus. Der Zauber der Adventszeit nimmt Sie gefangen.
Wir
empfehlen Ihnen:
Lassen Sie sich kulinarisch im ,,Kurfürst” oder im Parkhotel verwöhnen.
Speise und Trank im gediegenen Ambiente sind hier einfach vorzüglich.
Wir
empfehlen Ihnen:
Nehmen Sie sich einen Nachmittag für die Heimatstube, die Galerie und das
Cafe am Au-Tor. Nach dem Blick in das frühere Gefängnis tut ein Stück Kuchen
gut.
Für
weitere Informationen steht Ihnen die Stadtinformation Bad Schmiedeberg, links
vom Kurhaus, gern zur Verfügung.
Tel.: 03 49 25/ 1 94 33
Fax: 03 49 25/ 7 11 03
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Weihnachten
im Wachtmeister
Als
vor rund 300 Jahren der aus dem Dienst der kursächsischen Armee ausgeschiedene
Wachtmeister Johann Starke für die hier an den Sole quellen arbeitenden
Salzknechte das Gebäude als Wirts- und Logishaus errichtete, dürfte er wohl
kaum geahnt haben, daß sein Werk die Jahrhunderte überdauern und fortan an
seinen militärischen Rang erinnern würde.
Heiligabend
wird noch bis zu Einbruch der Dunkelheit die Salzsohle gefördert. Manch wüstes
Wort füllt. Denn während man hier dem Wetter ausgesetzt Eimer für Eimer des
kostbaren Gutes schöpft, ist in den Stuben bereits Weihnachtsstimmung
eingekehrt.
Sehnsüchtige Blicke fallen nach hinten, wo die Lichter des
"Wachtmeisters” heute wenigstens einige besinnliche Stunden verheißen.
Als die Dämmerung hereinbricht, nur noch das schmatzende Geräusch des
Wassers zu hören ist, kommt endlich das erlösende Signal ,,Wasser ab”. Ein
eisiger Wind bläst über die Wiese.
Die Gerätschaften verräumt, geht es eilig zu Starke. Dieser, ein umgänglicher
und trotz seiner Rauhbeinigkeit mit viel Gutmütigkeit ausgestatteter Mensch,
steht schon am Herd und trifft die Vorbereitungen für das Essen. Die
Salzknechte haben gerade heute den Wunsch, beisammen zu sein. Einige Fuhrleute,
deren Weiterfahrt durch die Schneewehen aussichtslos geworden ist, haben sich
bis zum Wachtmeister durchgeschlagen. Aber nun geht es einfach nicht mehr
weiter.
Ja wer konnte schon wissen, daß der Winter 1715 bereits im November sein
Gesicht zeigen und unverändert bis heute wahren würde. Und so gezeichnet
treten auch die Männer ein: Weiß gepudert vom Schnee und blau gefroren. Die
250 Meter von der Quelle hatten es in sich. Kein übliches Begrüßungstremoli.
Die Männer suchten nur den warmen Ofenplatz. Die dort Sitzenden machen
bereitwillig Platz. Starke weiß, was den Männern jetzt gut tut. Gestern noch
hat er von einem Wittenberger Händler ein Fäßchen Rum erstanden. Mit wenig
Wasser im Glas vermischt, erhitzt, tut der Rum das seinige und bald erwachen die
Lebensgeister. ,,Starke, bringe er endlich das Essen”, tönt es bald wieder
wie gewöhnlich durch den Raum. Eine friedliche Stimmung, die sonst nicht üblich
ist, kehrt ein.
Es ist Heiligabend und jeder hängt seinen Gedanken nach. Für einige Stunden
will man, in sich gekehrt, mit sich selbst sein. Aus der Ecke leuchten die
Kerzen der Tanne, die der Knecht Martin gestern erst geschlagen hat. Heute noch
ist das Weihnachtsfest vorbei, denn morgen ruft die Quelle schon wieder.
Zur Feier des Tages hat Starke seine Pfanne und den begehrten Heubraten
angerichtet. Und bald darauf ist ein Schmatzen zu hören, das keines Kommentares
bedarf.
Salzknechtpfanne
und Heubraten gibt es auch noch heute zu Weihnachten im Heidegasthof ,,Zum
Wachtmeister” - natürlich gibt es noch mehr, auch die traditionelle Gänsekeule
und Wild aus der Heide.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Winterzeit
- Weihnachtszeit
Es
ist eine schöne Zeit, wenn sich im Dezember die Dämmerung über die Landschaft
senkt.
Bad Düben hat sein Festkleid angelegt - vorn Paradeplatz bis zum Markt - ein
faszinierendes Bild: Von Weihnachtstanne zu Weihnachtstanne führt eine Straße
durch die Adventswochen.
Lichter über Lichter, bunte Schaufenster und strahlende Kinderaugen. So führt
der Weg durch die Dübener Heide, denn Bad Schmiedebergs neuer Kurplatz wird von
einer prächtigen Weihnachtspyramide gekrönt, und auch der Markt von Gräfenhainichen,
Kemberg und Dommitzsch erstrahlt im festlichen Glanz.
Lassen Sie sich von dieser freundlichen Zeit gefangennehmen, besonders schön zu
erleben ist sie auf den Weihnachtsmärkten.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Spurensuche
Weltbekannt
ist der Dresdener Christstollen. Zum ersten mal soll er aber im Jahre 1457 von
einem Koch des Torgauer Renaissance-Schlosses Hartenfels gebacken worden sein.
Es handelt sich bekanntlich um ein Weihnachtsgebäck länglicher Art, für das
Butter, Schmalz, Rosinen, Mandeln und Gewürze neben Mehl benötigt werden.
Das fertige Gebäck gleicht in seiner Form einem in Windeln gewickeltem
Christkind.
Arno
Arnolds
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Weihnachtsmärkte
und Weihnachtsspaß:
| 01.-
03.12. |
Bitterfeld |
| 02.-
21.12. |
Wittenberg |
| 06.12. |
Bad
Schmiedeberg / Nikolaus im BASSO |
| 08.-
10.12. |
Gräfenhainichen |
| 08.-
17.12. |
Torgau |
| 08.-
10.12. |
Wittenberg
/ Alternativer Weihnachtsmarkt im Cranach-Hof |
| 09.12. |
Bad
Schmiedeberg |
| 09.12. |
Bad
Düben |
| 09.-
17.12. |
Eilenburg |
| 09.-
17.12 |
Delitzsch |
| 15.-
17.12. |
Schlaitz
/ Heide- Camp und Haus am See |
| 24.12. |
Bad
Schmiedeberg/ Weihnachtsmann im BASSO |
.
.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

4.
Wintercamp Bad Düben
Unterhalb
der Muldebrücke kommen vom 12. bis 14. Januar 2001 Wintercamper aus Nah und
Fern zusammen.
Im vergangenen Jahr waren es 130 Männer, Frauen und Kinder aus mehreren Bundesländern,
die ihr Biwak am Freitag vor den Toren der Stadt bezogen.
Die Veranstalter hoffen auch in diesem Jahr auf Schnee und knackigen Frost!
Gulaschkanone und Lagerfeuer, Tee mit viel Rum und Glühwein- an alles ist
gedacht. Hinzu kommen Sport und Unterhaltung:
Orientierungsfahrt im Gelände, Bogenschießen, Schlittenhunderennen,
Muldeauewanderung und anderes mehr.
Info
und Anmeldung: TERRANOVA-Team im Kundenzentrum Grimm, Görschlitzer Str. 8,
04849 Bad Düben,
Tel.: 034243/ 31 714, Fax.: 034243/ 31 716
Geh
an deine Grenzen - hol dir den Kick am Muldeufer!
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Ein
Eifelturm für die Goitzsche
Was
für Paris der Eifelturm, das ist jetzt für die Erlebniswelt GOITZSCHE - am
Westrand der Dübener Heide - der neue Pegelturm.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Heimatforschung
in Radis
Im
kleinen Heidedorfchen Radis gibt es eine Heimatstube im Seitenflügel des alten
Schlosses, in dem der Verkehrsverein Bergwitzsee und Heide sein Domizil hat. Sie
ist, so die Meinung vieler, beispielhaft für die Umgebung. Und in der Tat, das
Stübchen ist sehenswert für Gäste aus nah und fern.
Es
ist so, als besuche man seine Urgroßeltern in ihrer guten Stube oder der gemütlichen
Küche von einst, wären da nicht in einer separaten Ecke des Raumes
Ausstellungsflächen und Vitrinen, die über die Historie, Sehenswürdigkeiten
und verschiedene alteingesessene Familien aus Radis Aufschluss geben.
Bereits im Foyer des künftigen Bürgerhauses befindet sich eine kleine
Ausstellung zur aktuellen Entwicklung des Ortes in den letzten zehn Jahren. In
der Heimatstube sind neben den Möbeln und Einrichtungsgegenständen, vorwiegend
aus den noch überschaubaren Jahren um 1920 bis 1940/50 allerlei Utensilien des
Gebrauchs, des Handwerks und Hausrates, auch Wäsche und Bekleidungsstücke und
vieles mehr zu sehen.
Besonders bei Schulklassen und jugendlichen Besuchergruppen der Jugendherberge
Radis kommen die Gerätschaften, mit denen die Großeltern den Haushalt und die
Arbeit auf Feld, Hof und Garten meisterten, sehr gut an. Bei den älteren
Besuchern werden Erinnerungen an die Kindheit und den schweren Wohn- und
Lebensalltag in der ,,guten alten Zeit” wieder wach. Somit ist die
Heimatstube eigentlich auch ein Ort der Kommunikation zwischen Alt und Jung,
eine Stätte der Begegnung und unterhaltsamen Information über eine, noch nicht
zu lange vergangene Zeit.
So hatte es sich die Gemeindeassistentin, Frau Große, die geistige und
gestalterische Urheberin des Stübchens, auch gedacht und in einem nächsten
Entwicklungsschritt soll die Heimatstube zu einem attraktiven Treffpunkt für Bürger
und Gäste werden. Ein angrenzender zweiter Raum ist dafür bereits vorbereitet.
Besuche sind auf vorherige Anmeldung (Tel.: 034953/ 39595 oder 39397) möglich.
In den wärmeren Monaten ist die Heimatstube Samstag von 15:00 bis 17:00 Uhr und
Mittwoch von 10:00 bis 12:00 und 14:00 bis 16:00 Uhr geöffnet (oder nach
Anmeldung).
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Edelstein-
Schauschleiferei
Wussten
Sie, dass in Bitterfeld von 1910 bis 1989 synthetische Edelsteine hergestellt
wurden? In einer Schauschleiferei, einer gemütlichen Stube im Bitterfelder
Kulturpalast, erhalten Sie von Frau Schulze Einblicke in die Herstellung und
Bearbeitung der Edelsteine. Und wenn Sie wollen, dann können Sie die begehrten
Stücke erwerben und sie vielleicht von einem Bitterfelder Goldschmied einfassen
lassen.
Öffnungszeiten
und Führungen: Di. - Fr. 09.00-16.00 und nach Voranmeldung.
Telefon: (03493) 72619
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Blutroter
Storchschnabel ( Geranium sanguineum ) Sie wächst
am Waldrand, in lichtem Gebüsch und auf steinigen Böden. In unserer Gegend
findet man die bis zu 40 Zentimeter hohe Pflanze mit den fünfmarkstück-großen,
purpurroten Blüten nur selten. Aber auch sonst ist der Blutrote Storchschnabel
nirgends häufig. Ein guter Grund, dieser schönen Blume die Aufmerksamkeit zu
widmen.
Bekannter sind der Wiesen-Storchschnabel mit seinen auffallenden blauen Blüten,
sowie ein etwa 20 Zentimeter hohes Pflänzchen mit kleinen rosa Blüten und
recht üblem Geruch. ,,Betten-Seecher” wurde der ,,Stinkende Storchschnabel”
im Volksmund der Heide genannt.
In unserer modernen Zeit gehen solche Namen leider verloren. Eigentlich schade,
wenn sie auch manchmal etwas drastisch sind. Darum sei hier daran erinnert. In
anderen Gegenden heißt die Blume übrigens Ruprechtskraut.
Aber ich will die Familie der ,,Geranicaeen” nicht schmähen! Sind doch einige
der dreizehn Arten die Urform der heute so beliebten Balkonpflanzen, deren viele
Hybriden unseren Häusern und Straßen ein farbenfrohes Bild geben.
Den Namen Storchschnabel erhielt die Familie wegen der kugeligen Früchte mit
dem langen spitzen Anhängsel aus ehemaligen Blütenteilen, die einem
Storchenkopf ähneln.
Man sieht: Auch scheinbares ,,Unkraut” kann interessante Geschichten erzählen. Karl- Heinz Göhe
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Das
Reinholdshäuschen
In
einer vergangenen Ausgabe haben wir in Verbindung mit dem Teufelshut bei
Reinharz die vielleicht älteste Wanderhütte der Dübener Heide genannt, das
Reinholdshäuschen Frau Lieberamm aus Taucha, eine gute Freundin des Naturparks
fragt uns, was es mit dem Namen auf sich hat.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der
Blitzschlag bei Krina
Über
dem Krinaer Forst ging im diesem Sommer ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz
schlug in eine Eiche eines 55jährigen Bestandes ein. Die Fotos zeigen den Baum
einen Tag danach. Die Rinde wurde abgesprengt und deutlich ist die Spur des
Blitzes in der Stammmitte zu sehen. Inmitten der anderen grünen Eichen steht er
wie verdorrt. Seine Laubfärbung nimmt die Herbstzeit vorweg, denn die
Hitzeentwicklung beim Blitzeinschlag zerstörte das gesamte Chlorophyll in den
zuvor grünen Blättern.
Der Förster hatte schon manches Naturschauspiel gesehen, aber dieses Bild
beeindruckte ihn so, dass er meinte: ,,Es ist wohl etwas d‘ran an dem Spruch:
Den Eichen sollst du weichen, die Buchen sollst du suchen”.
Georg Meinhardt
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wintergäste
in der Elbauen-Landschaft
Ein
erfreulicher Anblick - die Gesellschaften der Höcker- und Singschwäne auf der
Elbe. Aber nur der Höckerschwan, kenntlich an dem schwarzen Höcker auf dem rötlichen
Schnabel, ist bei uns zu Hause.
Sing- und vereinzelt auch Zwergschwäne sind Wintergäste aus Skandinavien und
der Murman-Küste. Der Gesang klingt wenig schön, manchmal geradezu klagend
(Schwanengesang).
Höckerschwäne geben meist nur ein scharfes Zischen von sich, besonders bei der
Verteidigung des Brutreviers. Dafür hört sich das Fluggeräusch beeindruckend
an.
Man sagt, dies habe Richard Wagner zum Komponieren des Wallkürenrittes
inspiriert. Höckerschwäne trifft man oft auf Parkteichen an, dort sind sie
auch recht brutfreudig.
Es ist ein schönes Bild, wenn das Schwanenpaar mit bis zu sechs Jungschwänen
in Kiellinie durch das Wasser zieht. Seine durch den gebogenen Hals ,,stolze”
Haltung und das schneeweiße Gefieder erfreuen den Besucher immer wieder. Das
sollte aber nicht dazu führen, die Vögel zu füttern. Besonders an der Ostseeküste
stellte man fest, dass sie dann zu schwer und dadurch flugunfähig werden. Die
Jungvögel sind bis zum zweiten Jahr graubraun, ähnlich wie beim ,,Märchen vom
hässlichen jungen Entlein”. Im dritten Jahr sind sie dann fortpflanzungsfähig
und gründen eine Familie. Ein Schwanenpärchen bleibt lebenslang zusammen.
khg.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Sonntagmorgen
Wiesen
und Bäume sind bereift, die Sonne blinzelt durch die Wolken. Ruhe liegt über
der Natur, doch plötzlich von fern ein Geschnatter, welches schnell lauter
wird.
Genau über uns ziehen sie in Keilformationen hinweg-Dutzende von Gänsen- ein
eindrucksvolles Bild.
Es sind Saatgänse aus Nordeurasien, fälschlich auch Schneegänse genannt.
Viele von ihnen überwintern bei uns in der Heide, andere sind Durchzügler.
H. Wicher
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Pechhütten
der Dübener Heide
Schon
aus dem 12. Jahrhundert sind Pechöfen bekannt. In der Dübener Heide gibt es
noch heute Einzelsiedlungen, die auf die Herstellung von Pech hinweisen. Mit der
Entwicklung der chemischen Industrie sind diese Hütten eingegangen.
Die letzte, in der Heide betriebene Pechhütte, war die Friedrichshütte bei
Durchwehna. Dem Besucher zeigen sich heute dort Pechöfen verschiedener
Bauarten. Eine Schautafel vermittelt Wissenswertes zu diesem alten Handwerk.
Als einstige Pechhütten sind weiterhin zu nennen: Das Pabsthaus nördlich von
Gräfenhainichen, das Rauchhaus bei Krina, die Pechhütte zwischen Schwemsal und
Krina. die Mark Schmelz beim Wachtmeister. die Pechhütte bei Kleinkorgau unweit
von Bad Schmiedeberg und die Pechhütte am Paker-Schloss bei Falkenberg.
Ein altes Pechbrennergeschlecht ist die Familie Schlobach. Der aus Friedersdorf
bei Dobrilugk stammende Pechbrenner Tobias Schlobach heiratete 1688 die Tochter
des Georg Döring, dem die Pechhütten bei Falkenberg und Durchwehna gehörten.
Seine Tochter erhielt als Mitgift die Durchwehnaer Hütte, die heutige
Friedrichshütte.
Die Pechhütten versorgten die Wirtschaft mit Pech. Teer, Kienöl und Holzkohle.
Diese Produkte werden durch trockene Destillation der kienreichen Kiefernstubben
erzeugt.
Der zylindrisch gemauerte Schwelofen ist fünf bis sechs Meter hoch. Unten hat
er fünf Meter im Durchmesser, an der Haube etwa 3,5 Meter. In dem Hohlraum des
Ofens steht die Retorte, die mit zerkleinertem Kienholz ausgesetzt wird. Der
Retortenboden hat Rinnen, in denen durch ein Loch in der Mitte alle Flüssigkeit
ablaufen kann.
Nach der Füllung wird das Einsatzloch luftdicht vermauert. Der Raum zwischen
Mantel und Retorte nimmt die Feuerung auf. Durch zahlreiche Fuchslöcher wird
die Zugluft reguliert. Das Kienholz schmöhlt und ölige Dämpfe setzten sieh
schon nach dem ersten Tage ab, die in den durch ein Wasserbad geführten,
Kupferröhren zu Kienöl und gelbem Pech abgekühlt werden.
Nach etwa 60 Stunden Schmöhlen kommen die besten Öle, die zur Gewinnung von
Terpentin gebraucht werden. Zum Schluß bleibt nur noch der Teer. Das ist eine
ganz klare Flüssigkeit von dunkelbrauner Farbe.
Wird der Teer entwässert und vom Teeröl befreit, so erhält man Schuster- oder
Schiffspech. Dieses dient zum Kalfatern von hölzernen Schiffen. Um dem Bier
Haltbarkeit und den beliebten Pechgeschmack zu geben, werden die Fässer mit
einem besonders behandelten Fasspech ausgepicht.
Die Fischer verwenden den Teer zum Tränken ihrer Netze, weil der scharfe Geruch
die Fische anlockt.
Das Kienöl wird durch Destillation von Teer und Pottasche gewonnen und zum
Einreiben des Viehes gegen Insekten genommen.
Teer verbrauchten früher die Fuhrleute zum Schmieren der hölzernen
Wagenachsen. Unter jedem Wagen baumelte ein Teerpaudel mit dem Quast.
Zum Fuhrlohn wurde dann immer noch ein ,,Schmiergeld” ausgehandelt. Die anrüchige
Bedeutung hat das Wort erst später bekommen. Durch Konstruktionsfehler und
falsche Handhabung kam es oft vor, dass die Pechöfen platzten. Da man die
Ursachen nicht kannte, nahm man an, dass Schießpulver in die ausgehauenen
Kienstöcke gelegt wurde. Schießpulver wurde auch zum Sprengen (Roden) von
Stubben verwendet.
Die Transportfahrzeuge erhielten eiserne Achsen und später Kugellager. Als
Gleitmittel gibt es mineralische Fette und Öle. Die Romantik der Pechhütten
ist verschwunden. Als Museum bleiben sie unserer Erinnerung erhalten.
H. Klepel, Quellen: Fritzsche
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Warme
Füße im Winter
Sollte
ein Schmiedeberger nach dem Betrieb der Hausschuhfabrikation gefragt werden,
muss er sicher einen Moment nachdenken. Lautet die Frage wo die
,,Latschenbude” ist kommt die Antwort prompt: ,,Im Ratsgraben”.
Seit über 50 Jahren werden in der Heidestadt Pantoffeln hergestellt. In der DDR
kam jedes dritte Paar für den Bevölkerungsbedarf aus dem Bad Schmiedeberger
Betrieb.
Heute führt Ernst Rüdiger Schramm das Unternehmen, übenommem von seinem
Vater. Einst privater Betrieb, im Zuge der Verstaatlichung über eine
Kommanditgesellschaft zum VEB geworden, privatisierte es Geschäftsführer
Schramm wieder zum Familienunternehmen. Das Kuriosum: Er leitete immer den
Betrieb unter den verschieden Eigentumsformen vom gleichen Schreibtisch aus. In
der Fortsetzung der Tradition werden heute immer noch Pantoffeln hergestellt,
und so der Nimbus der ,,Latschenbude” gewahrt. Wo man die Pantoffeln bekommt?
Auf Märkten aber auch in der Leipziger Straße.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Gerald
Kräger sammelt mit Leidenschaft seit zwanzig Jahren alte Öfen und Herde
Einmalige
Ofenausstellung in Laußig
In
einem Ausstellungsraum der großen ausgebauten Scheune kann man bei Familie Kräger
aus Laußig über vierzig Ofen in den verschiedensten Variationen bewundern.
Weitere zwanzig Öfen liegen noch in Einzelteilen auf seinem Dachboden, die noch
darauf warten, zusammengebaut zu werden.
Es sind schon über zwanzig Jahre her, als Gerald Kräger auf dem Dachboden
seines Großvaters ein in Einzelteile zerlegtes Schmuckstück gewahrte. Es hätte
nicht viel gefehlt und ein Schrotthändler hätte ihn mitgenommen.
Doch der damals 17jährige Lehrling nahm sich seiner an und baute den Ofen in mühevoller
Kleinarbeit wieder zusammen. Der gußeiserne Etagenofen aus dem Jahre 1870
erstrahlte in seiner vollen Schönheit, und die Sammelleidenschaft Gerald Krägers
war geweckt.
Das wohl älteste Stück, welches sich im Laußiger ,,Ofenmuseum” befindet,
ist ein Kachelofen, der mindestens 150 Jahre alt ist. Das gußeiserne Unterteil
ist kombiniert mit einem Oberteil aus Tonkacheln.
Ein sehr seltenes und auch das kleinste Stück ist ein sogenannter Modellofen,
mit dem die Vertreter der Herstellungsfirmen ihre Kunden besuchten. Klein waren
auch die sogenannten Armeleuteöfen, die mit Kohle und Holz gefeuert werden
konnten. Deren Besitzer konnte sich damals kaum Kohlen leisten und sammelten
meistens Holz und Reisig, um ihre Zimmerchen zu beheizen.
Zu den seltenen Raritäten im Besitz Gerald Krägers zählt auch ein englischer
Wandeinbauofen, der ungefähr aus der Zeit um 1920 stammt.
Nun ist Ofen natürlich nicht gleich Ofen. Abgesehen vom Alter sind oft auch das
Fabrikat und das Material von Interesse. Die Palette reicht von den sogenannten
Armeleuteöfen bis zu gußeisernen reich verzierten Kunstwerken aus wohlhabenden
Villen.
Vielleicht nutzen sie einmal die kalte Winterszeit, um in warmen Räumen die Öfen
zu bestaunen. Auf dem Weg von Laußig nach Eilenburg geht es rechts zum
schmucken Dreiseitenhof der Familie.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Eine
Wanderung durch die Dübener Heide mit Wein, Weib und Gesang
Der Wein liegt noch immer in der Heide vergraben
Vor
mehr als 20 Jahren, Heinz Hentschel aus Wolfen war damals unser Sektionsleiter.
Er hatte ein Gespür für das gesellige Wandern. Wo er dabei war, war auch gute
Stimmung. Er schwor dabei auf selbstgemachten Wein. Am Bauerhaus, tief in der Dübener
Heide - erste Förderstätte für Rohbraunkohle, dann Forsthaus, Gasthof und
Wandervogelheim, heute längst wüst liegend- steht eine prächtig ausladende
Winterlinde.
Nur Heinz wusste, dass ihr Stamm hohl ist. In drei Meter Höhe war die Öffnung.
Am Tag vor der Wanderung fuhr er mit mir dort hin, um die Korbflasche mit Wein
in ihr zu versenken. Groß war die Überraschung, als die Wanderer das Ziel
erreichten, er auf den bewußten Baum stieg und die Flasche zutage förderte.
Noch zweimal haben wir Wein in die Heide geschafft. Einmal wurde die Weinkrüge
auf einer Wiese vergraben, nahe eines namenlosen Weihers am Reinharzer Weg.
Natürlich mussten wir das ,,Begräbnis” gut tarnen, damit Neugierige es nicht
finden konnten. Dann schlug das Schicksal zu! Heinz hatte die Stelle nicht
finden können. Die Meute johlte. Als wir den Wein nach längerem Suchen dann
doch gefunden hatten, schmeckte er umso besser.
Der letzte Wein liegt noch immer in der Heide vergraben. Am geplanten
Wandertag hatte man den Feldspaten vergessen. Auch war das Wetter trüb und kühl,
gar nicht durstmachend. Also blieb er, wo er war. Und wenn man mich heute fragt,
ob ich von dem Wein in der Heide noch weiß, dann muss ich schlicht eingestehen,
die Stelle längst vergessen zu haben.
Siegfried Rabenhorst
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Über
Brücken und mit Fähren in die Dübener Heide
Kommen
unsere Gäste aus Leipzig, Halle, Dessau, Berlin oder Cottbus, sie überqueren
entweder die Mulde oder die Elbe. Nur in einem schmalen Stück zwischen Torgau
und Eilenburg geht es ohne Wasser ab. Ansonsten sind es Brücken und Fähren,
die sie an unser Ufer bringen.
Da viele von ihnen neueren Datums sind, aber auch ihre Vorgänger von
geschichtlichem und technischem Interesse sind, stellt ,,Ferienland Dübener
Heide” diese oft beeindruckenden und zugleich schönen Bauwerke und diese
Schiffe besonderer Art vor.
,,Brücken sind faszinierende Bauwerke und Zeugnisse hochentwickelter
Ingenieurkunst. Sie überwinden Wasserläufe und bringen Menschen und Güter
zueinander”.
Diese Worte sprach der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Kurt
Biedenkopf, anläßlich der Eröffnung der neuen Torgauer Elbebrücke.
Sinngemäß gilt das auch für die Fähren. So richtig merkt man das erst, wenn
mal eine Brücke wegen Bauarbeiten gesperrt ist, oder eine Fähre ruht, weil
Hoch- bzw. Niedrigwasser die Sicherheit gefährdet.
Doch in der Regel kommen die Besucher von außerhalb schnell und manchmal
zugleich romantisch über das Wasser in den Naturpark Dübener Heide.
Die
Autobahnbrücke Vockerode
Sie ist die gewaltigste Brücke im Umkreis. In die Dübener Heide gelangt
man über Wörlitz oder Oranienbaum. im Zuge der A 9 ist sie für Besucher aus
dem Berlin-Brandenburger Raum das Signal, die Abfahrt nicht zu verpassen.
Die
Coswiger Fähre
Sie wurde bereits 1566 erstmals erwähnt. Zur Querung des 125 Meter breiten
EIbstromes wurden seiner Zeit 40 bis 60 Minuten benötigt. 1863 wurde hier die
,,Kettenfuhre mit Giervorrichtung” in Betrieb genommen.
Ein Jahr später ersetzte man die Kette durch ein Stahlseil. Die Tragfähigkeit
der Coswiger Fähre beträgt 20 Tonnen. Idealist ihre Benutzung, wenn man von
Coswig aus über den herrlichen Wörlitzer Park nach Bad Düben oder Bad
Schmiedeberg gelangen will.
Fährzeiten:
Mo. - Fr: 7.00 bis 20.00 Uhr
Sa / So: 9.00 bis 20.00 Uhr
Feiertage: 9.00 bis 20.00 Uhr
Tel.: 03 49 03/63 472
Die
Fähre in Elster
Hier gibt es gleich zwei Fähren. Die neue Fähre wurde 1997 in Betrieb
genommen und hat eine Tragfähigkeit von 40 Tonnen und ist gut 31 Meter lang.
Mit ihr kommt man aus dem Norden schnell und zugleich nicht alltäglich in die Dübener
Heide.
Die außer Dienst gestellte alte Fähre steht als technisches Denkmal
unmittelbar am Elberadweg neben der restaurierten Bockwindmühle am westlichen
Eingang von Elster.
Fährzeiten:
Mo - Fr: 5.30 bis 20.00 Uhr
Sa / So: 8.00 bis 20.00 Uhr
Tel.:0177/3 25 79 73
Die
Elbfähre Pretzsch
Die Stadt Pretzsch schaffte nach einer Elbegradigung 1835 im Jahre 1897 die
Fähre an. Nach mehreren Erneuerungen quert sie noch heute die Elbe. Bei Annäherung
eines Schiffes muß sie am linken Ufer, elbabwärts gesehen, anlegen, damit die
Trossen die Fahrrinne freigeben. Die Radfahrer, die auf dem Elberadweg unterwegs
sind, wechseln mit der Fähre die Elbseite. Vom Strom aus ist das stattliche
Schloss Pretzsch gut zu sehen. Im Ort ist das Parkhotel eine erste Adresse.
Tragfähigkeit: 40 Tonnen! 45 Personen, Länge: 35 Meter, Breite: 8,50 m
Fährzeiten:
Mo - Fr: 5.00 bis 21.00 Uhr
Sa / So: 7.00 bis 19.00 Uhr
Tel.: 0171/4 44 74 06
Die
Elbfähre Prettin
Erstmalig wurde eine Fähre hier 1431 erwähnt und 1509 wurde eine neue Fähre
für 30 Schock, 31 Gr. und 8 Pf. gekauft. Nach weiteren Anschaffungen ging 1999
die neueste Fähre in Betrieb.
Sie hat eine Tragfähigkeit voll 40 Tonnen / 50 Personen und verbindet beide
Ufer auf sächsischem und sachsen-anhaltischem Gebiet.
Vor oder nach dem Ausflug in die Heide lädt das Fährhaus auf der Dommitzscher
Seite zur Einkehr ein.
Fährzeiten:
Mo - Fr: 5.00 bis 21.00 Uhr
Sa / So: 6.30 bis 20.00 Uhr
Tel: 0171/6 55 91 53
Die
Muldebrücke in Eilenburg
Schon aus dem Mittelalter gibt es Überlieferungen, die darauf hinweisen,
dass ein hölzernes Brückensystem von fast 1000 Metern Länge zum Ausbau der
Fernhandelswege diente. Der Bau einer steinernen Brücke begann nach 1823 nach königlichem
Erlaß. Weiter Neuerungen gab es im Jahre 1913, indem die schönen Sitznischen
und das Scherthaus entstanden.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war die Muldebrücke Verbindung zwischen der
amerikanisch besetzten Altstadt und dem sowjetisch besetzten Ostteil der Stadt.
Nach dem 1996 begonnenen Neubau strahlt sie heute in neuem Glanz und weist eine
Länge von fast 140 Metern auf.
Die
Torgauer Elbebrücke
Anfang der 90er Jahre in eineinhalb Jahren gebaut, führt sie aus Osten in
die Renaissancestadt und weiter in den Naturpark Dübener Heide, wie auch die
daneben stehende Eisenbahnbrücke.
Sie ersetzte die durch die Begegnung der sowjetischen und amerikanischen
Soldaten am 25. April 1945 berühmt gewordene Brücke.
Ein Denkmal erinnert noch heute daran.
Die Brücke ruht auf zwölf Pfeilern und ist 500 Meter lang, die Weite über den
Fluß beträgt 106 Meter. Sie fügt sich harmonisch in das Bild der über 1000 jährigen
Stadt ein, schon von ihr hat man einen wunderschönen Blick auf Schloß
Hartenfels.
Die
Fähre Gruna
Die Fähre ging um 1894 zum Zwecke des Waren- und Pferdewagentransports
zwischen Hohenprießnitz und Gruna in Betrieb. Heute wird sie hauptsächlich von
Wanderern und Radwanderern zur Erkundung der Dübener Heide genutzt, aber auch
nach einem guten Essen im Fährhaus zum Besuch des Schlossgartens Hohenprießnitz.
Eine Klingel ruft den Fährmann. Die Gierfähre kann bis zu 20 Personen über
die Mulde schippern und ist in Nordsachsen einzigartig.
Von besonderem Reiz ist es, wenn sie zum Fährhausfest am ersten
Oktoberwochenende die neu gekürte Muldekönigin zum anderen Ufer bringt.
Die
Muldebrücke in Bad Düben
Sie ist westlicher Eingang zur Kurstadt und ihr Vorgänger wird schon 1226
erstmalig erwähnt. Besonders nach Gründung der Leipziger Messe verlor sie nie
an wirtschaftlichem Nutzen für Handel und Verkehr.
Schon zu Napoleons Zeiten hatte sie einen festen Platz in der Bedeutsamkeit der
Muldeübergänge. Sein Heer mit 150 000 Soldaten führte er über die Brücke
zur Völkerschlacht bei Leipzig.
1877 ersetzte eine eisernen Brücke, getragen durch Sandsteinpfeiler, die hölzerne
Bauweise. Diese wurde 1945 vor den herannahenden amerikanischen Truppen von der
faschistischen Wehrmacht gesprengt.
In den 90er Jahren wurde eine neue Brücke mit ihren charakteristischen blauen
Halbbögen gebaut und ist in ihrer schwungvollen Art ein schönes Tor in die Dübener
Heide.
Die
Stauseebrücke Pouch
Sie überquert die Mulde am südlichen Ende des Muldestausees. Die Brücke
ist 459 Meter lang mit einer sieben Meter breiten Fahrbahn für die B 100. Für
Wanderer und Radler hat sie einen separaten Weg der in die Heide geleitet.
Die Brücke entstand 1974/75 mit dem Muldestausee und der Muldeverlagerung.
Ostseitig liegt der Heideparkplatz mit Schutzhütte, Rastplatz, Infotafeln und
einer Aussichtsplattform.
Viele Wanderwege nehmen von hier ihren Anfang.
Die
Stauseebrücke Friedersdorf
Von ihr wird die Mulde am nördlichen Ende des Muldestausee überquert. Das
Bauwerk ist 305 Meter lang und hat rechts und links Gehwege. Es gibt Einkehrmöglichkeiten
mit Parkplatz und an der Nordseite befindet sich der Ausgangspunkt des
lehrreichen Wanderweges ,,Bergbaufolgelandschaft Muldestausee”.
Auch diese Brücke wurde 1974/75 mit dem Muldestausee und der Muldeverlegung
gebaut.
Elbebrücken
in Wittenberg
Bereits 1428 gab es die erste Holzbrücke über die Elbe. Sie verband Wittenberg
mit Leipzig.
1856 begann der Bau der Bahnstrecke Wittenberg-Bitterfeld-Halle/Leipzig, die den
Bau einer Eisenbahnbrücke erforderlich machte. Die nach der Zerstörung im 2.
Weltkrieg wiederaufgebauten Brücken hielten dem wachsenden Verkehrsaufkommen
nicht mehr stand. Am 17. April 1998 war Baubeginn der Bahn- und Straßenbrücken,
die etwa 300 Meter östlich der bestehenden errichtet werden und im Dezember
2000 übergeben werden sollen.
Die weithin sichtbaren Bögen der Brücken sind ein weiteres Wahrzeichen der
Stadt in der Elbaue.
Einige technische Daten:
Eisenbahnbrücke: Länge: 333 m, Breite: zirka 16 m.
Bauart: Fachwerkbrücke mit zweigleisiger Fahrbahn und Stabbogenbrücke über
Stromöffnung
Straßenbrücke: Länge: 452 Meter, Breite: zirka 25 Meter
Bauart: Mehrfeldbrücke für vier Fahrstreifen mit Stabbogenbrücke über Stromöffnung
(aus Prospekt PB DE,. Elbebrücken in Lutherstadt Wittenberg”)
Muldebrücke
Raguhn
Die 96 Meter lange Brücke befindet sich mitten in der Stadt. Als ,,Brücke
des Friedens” ist sie in den Jahren 1956157 erbaut worden. Sie ersetzte eine
Holzkonstruktion, die nach der Sprengung der alten Halleschen Brücke am Ende
des 2. Weltkrieges als Notbehelf diente.
Die westliche Heide mit den Orten Möhlau, Zschornewitz und Gräfenhainichen ist
über diese Brücke gut zu erreichen.
Die
Muldebrücken Jeßnitz
Zwei Muldearme werden nacheinander von der Mühlenbrücke und der Leopoldsbrücke
überquert.
Die Mühlenbrücke entstand im Jahre 1998 neu. Die Leopoldsbrücke wurde 1994
erbaut, sie löste eine baufällige Konstruktion mit Holzbohlenbelag ab. Gegenwärtig
entsteht hier ein Wasserkraftwerk. Über die Brücken führt der
,,Heideringweg” - unter anderem zum Irrgarten Altjeßnitz.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Uralte
Technik, heute noch genutzt
Die
Fähren an Elbe und Mulde in unserer Region sind Gierfähren. ,,Gieren” nennt
der Schiffer das Abdrängen eines Schiffes aus der Längsachse durch Wind oder
Strömung.
Der
Holländer van Hoek erfand 1665 dieses Prinzip: Eine mehrere hundert Meter lange
Stahltrosse wird oberhalb in der Strömung verankert. Sie teilt sich kurz vor
der Fähre. Ein Ende wird am Bug das andere Ende am Heck befestigt. Je nach gewünschter
Richtung wird ein Ende der Trosse verkürzt, so dass die Fähre ein Leichte Schräglage
zur Strömung hat und dadurch zum anderen Ufer gedrückt wird. Früher mußte
die Seilwinde noch durch Muskelkraft bewegt werden, heute wird ein Elektromotor
verwendet. Ein bootsähnlicher Schwimmkörper zwischen Verankerung und Fähre,
der Gierholm, hält die Trosse straff, damit sie nicht zum Flußgrund sinkt und
sich evtl. verfängt.
Der Fahrgast hat bei der Überfahrt genügend Zeit, sich diese Technik
anzuschauen.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Hugo
Winckler - Ein berühmter Sohn Gräfenhainichens
Hugo
Winckler war ein bedeutender deutscher Archäologe und orientalischer
Sprachwissenschaftler.
Er wurde als Sohn eines Bahnmeisters in Gräfenhainichen im Jahre 1863 geboren.
Er besuchte in Berlin ein Gymnasium und studierte auch in Berlin, wo er später
Professor an der Universität wurde.
Von 1903 - 1904 leitete er die Ausgrabungen bei Saida (Sidon) und von 1906- l9l2
die zu Boghasköi in der Türkei. In seiner Doktorarbeit befindet sich
folgender, für sein Schaffen sehr aufschlußreicher Passus: ,,Die Sprachen
aufzuzählen, die ich studiert habe, würde zu weit führen. Ich habe von
Kindheit an für die Weltgeschichte nur bis zum Jahre 1 vor Christus Interesse
gehabt.”
Winckler hatte die Entdeckung des gewaltigen Königsarchivs der
Hethiterhauptstadt Boghasköi vorausgesagt und fand es auch wirklich. Aus über
20.000 Fragmenten großer Tontafeln, z.T. in babylonischer Keilschrift
geschrieben, viele in semitischer, die meisten in der hethitischen Sprache
abgefaßt, bildeten den seinerzeit aufsehenerregenden Fund Hugo Wincklers.
Viele Texte der alten TontafeIn konnte er in seinem kurzen Leben noch entziffern
und damit einen gewaltigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte des Vorderen
Orients leisten.
Der Gelehrte von Weltruf starb 1913 in Berlin. Zu seinen Hauptwerken rechnen:
,,Untersuchungen zur altorientalischen Geschichte”, ,,Keilschrifttexte Sargons”,
,,Altorientalische Forschungen”, drei Bände, ,,Die Tontafeln von
Tell-eI-Amarna”, ,,Das alte Westasien”, ,,Die Gesetze Hammurabis”,
,,Vorderasien im 2. Jahrtausend”. Das Pergamon-Museum in Berlin zeigt in einer
besonderen Abteilung Teile seines umfangreichen Schaffens.
zurück zum Inhaltsverzeichnis

BAD
DÜBEN - TOR ZUR DÜBENER HEIDE
Gesund & Vital
Sich
gesund erholen kann jeder - egal wie alt oder jung man ist.
Denn in einer Zeit und Umwelt, die uns Menschen immer mehr fordert, ist
Regeneration und Rekreation wichtiger als jemals zuvor.
Der Kurort Bad Düben hat dies längst erkannt und bietet deshalb neben den
klassischen Kuranwendungen auch Entspannung und Erholung. Die Heilkräfte der
Natur und die modernen Errungenschaften der medizinischen Technik gehen hier ein
schlagkräftiges Bündnis für Ihre Gesundheit ein. Ein Bündnis, das uns hilft,
individuelle Programme zusammenzustellen, die von der medizinisch indizierten
Kur bis zum wohltuenden Gesundheitsurlaub mit der Familie, zu zweit oder allein
genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die positive Wirkung des
Abstandes vom hektischen Alltag und die urgesunden Landschaft der Dübener Heide
sorgen dafür, dass Körper, Geist und Seele nachhaltig wieder in Einklang
kommen. Erleben Sie die wohltuende Wirkung des Urelements Wasser im HEIDE SPA.
Zum Wasserbereich gehören das Gesundheitsbad mit Innen- und Außenbecken,
Whirlpools, Massagedüsen sowie Sprudelliegen und der Familienbereich mit
Wildwasserkanal und Kinderbecken. In der verschiedenartigen Saunalandschaft mit
finnischer, Bio- und Dampfsauna im Hauptgebäude sowie der Kelo-Blockhaussauna
und Kelo-Erdsauna im Außenbereich können Sie einmal so richtig die Seele
baumeln lassen.
HEIDE
SPA Dübener Heide mbh
Bitterfelder Str. 42
04849 Bad Düben
Tel.:
034243/ 3 36 41
Fax: 034243/ 3 36 44
Internet: www.heidespa.de
eMail:
Heidespa@t-online.de
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Die
35. empfohlene Wanderung
Skitour im Kammgebiet der Dübener
Heide
Die
Landschaft zwischen Ochsenkopf und dem höchstgelegen Ort in der Dübener Heide,
Schköna, bietet im Winter die Gelegenheit, eine Skitour zu unternehmen.
Sind zehn Zentimeter Neuschnee auf eine geringe Altschneeauflage gefallen,
sollte man nicht lange warten, ,,denn wer weiß, wie lang der Schnee sich hält”,
wie es in einem Lied von Herbert Roth erklingt.
Wir starten auf dem Ochsenkopf in 155 Meter ü. NN. Ausschließlich auf
markierten Wanderwegen geht es am Hotel Ochsenkopf in südlicher Richtung leicht
bergan. Als Markierung erkennen wir drei Zeichen (gelber Strich - Försterweg;
roter Strich- Fuhrmannsweg; grünes Quadrat / Spitze nach oben -
Stausee-Heide-Weg).
Nach etwa zwei Kilometern Tour trennt sich zuerst der Fuhrmannsweg rechter Hand
bergab von unserer Strecke, kurz danach der Stausee-Heideweg in Richtung Schköna.
Wir laufen weiter auf dem Försterweg, wieder im leichten Anstieg, vorbei an der
ehemaligen Försterei ,,Thielenhalde” und merken, dass die Schneedecke bis zum
,,Wilhelmsgrubenquell” leicht wächst. Während des Sommers ist die Quelle ein
beliebter Rastpunkt, jetzt im Winter sollte man wegen der Glätte beim Abstieg
etwas vorsichtig sein.
Den Försterweg verlassen wir zirka 200 Meter weiter in Nähe des Bauerhauses
bei der Kreuzung mit dem ,,Lutherweg” (grünes Andreaskreuz). Hier haben wir
den höchsten Punkt unseres Skiausfluges bei 170,5 Meter ü. NN erreicht. Im
hochgewachsenen verschneiten Laubwald geht es bis zum Reichsapfelweg (R-Weg)
leicht bergab. Hier ist der R-Weg als Heidekammweg mit der Kennzeichnung grünes
Dreieck/Spitze nach oben ausgewiesen.
Wir folgen dieser Markierung bis Schköna. Sehenswürdigkeiten in diesem
gepflegten Heidedorf sind u.a. die Kirche, die Heideschule und etwas abseits der
,,Teufelsstein”, ein Findling aus Skandinavien.
Dann treten wir den Rückweg zum Ochsenkopf an. Wir laufen auf dem schon
genannten Stausee-Heide-Weg (grünes Quadrat/Spitze nach oben) in fast gerader nördlicher
Richtung zurück zum Ausgangspunkt. An der Waldgrenze bei Schköna ist eine gute
Gelegenheit für ,,große” und kleine Kinder zu einer zünftigen
Schneeballschlacht.
Am Abzweig Thielenhaide stoßen wir wieder auf die schon bekannte Wegstrecke vom
Beginn unseres Ausfluges, jetzt geht‘s aber in die Gegenrichtung. und wir sind
bald am Ausgangspunkt angelangt. Bevor wir den ,,Ochsenkopf" verlassen,
nutzen wir natürlich die Einkehrmöglichkeiten und schwärmen von der schönen
Tour auf dem Kamm der Heide. Ereignisreiche dreizehn Kilometer haben wir
geschafft! Lothar Matthes
zurück zum Inhaltsverzeichnis

Der
Stausee bei Dahlenberg
Der
15 Hektar große Dahlenberger Stausee staut das Wasser des Grenzbaches auf. Im
Sommer ist er ein beliebtes Badegewässer und zu jeder Jahreszeit ein schönes
Ausflugsziel.
Die Wanderstrecke rund um den See schafft man (auch im Winter) bequem in einer
Stunde.
Auf halber Strecke lädt die Hachemühle zur Einkehr ein. Weitere Gaststätten
freuen sich im sehenswerten Heide- und Brunnendorf Dahlenberg auf ihre Gäste.
H. Wicher
zurück zum Inhaltsverzeichnis

20.
Wolfener Winterwanderung in der Dübener Heide
Die
Sektion Wandern der SG Chemie Wolfen lädt herzlich alle Wanderfreunde zum Jubiläum
ein:
Am Sonnabend, den 24. Februar 2001 werden zwei geführte Wanderungen angeboten.
Treffpunkt ist jeweils der Bahnhof Radis.
1. Rund um Ferropolis führt der Weg über 25 Kilometer, Start: 7.45. Uhr
2. Rundwanderung über 10 Kilometer, Start: 10.15Uhr
Zur Stärkung ist eine Gaststätteneinkehr vorgesehen.
zurück zum Inhaltsverzeichnis
