Ausgabe Nr. 31 Winter 1999
Inhalt:

Mit dem Schwung des 99. Deutschen Wandertages der im vergangenen Sommer
Tausende Besucher im Naturpark vereinte, geht der Tourismus in das Jahr 2000 Zünftige
Silvesterfeiern und besinnliche Neujahrsspaziergänge werden das große Jahr einläuten.
Einläuten ist das richtige Wort, denn in vielen Kirchen zwischen Elbe
und Mulde laden zum Jahreswechsel Orgelkonzerte ein. Vielleicht meint es im Januar Frau
Hohe gut mit uns und auf der Rodelbahn an der ,,Schönen Aussicht' kommt das junge Volk
auf seine Kosten.
Überhaupt, Fit und Fun für junge Leute wird das ganze Jahr 2000 groß
geschrieben, ganz gleich ob es der Sportpark Gräfenhainichen ist, das Freizeitzentrum mit
dem BASSO-Erlebnisbad in Schmiedeberg, die Reiterei, Fliegerei, Fallschirmspringerei, die
Wasserskianlage oder die Sommerrodelbahn - überall Spaß und Erlebnis!
Höhepunkt und Besuchermagnet ersten Ranges: das HEIDE SPA in Bad Düben
das Anfang Dezember 1999 seine Pforten öffnet. Mit ihm startet der Tourismus in das Jahr
2000! Alle sind eingeladen, sich in einmalig schöner Atmosphäre zu erholen, die
Gesundheit wieder zu erlangen oder sich zu pflegen. Weiter geht es im Februar 2000 mit
guter Laune. Von Pressel bis Pretzsch wird Karneval gefeiert!
Mit anderen Worten: die Dübener Heide bietet Ihnen alles für einen
Tagesausflug oder einen Urlaub - jeder wird nach seiner Fasson selig!
Unser Rat: Informieren Sie sich bei unseren Tourismusbüros und lesen
Sie zu jeder Jahreszeit diese Zeitschrift Die Gastgeber der Dübener Heide freuen sich auf
ihren Besuch!
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Mit scharfem Blick entdecken wir auch heute noch an Wänden alter
Bauernhäuser schlichte Zier.
Für die bäuerliche Wirtschaft waren Gebäude wie Stauungen, Scheunen und
natürlich ein Wohnhaus Lebensgrundlage.
Geld war immer knapp in der Heide. Ziegel waren teuer. Holz aus dem eigenen
Waldstück brachte Bargeld, wurde deshalb kaum für Fachwerkbauten verwendet. Man griff
deshalb zum billigen Lehm.
Mit kurzgehacktem Stroh, noch sparsamer mit Heidekraut vermengt, wurde der Baustoff
poröser und dadurch noch wärmedämmender. Die richtige Mischung, die rechte Feuchtigkeit
und das Stampfen waren Erfahrungssachen, die nicht jeder besaß. Also war ein Fachmann -
und natürlich auch Nachbarschaftshilfe gefragt. War das Haus fertig, musste
nur sein
Äußeres noch verschönert werden. Eine dünne Lehmschicht ohne Zusätze wurde
aufgetragen. Nachdem Trocknen nahm sie sogar Farbe auf.
In der Dübener Heide verzierte man die Außenwände durch ,,WeIlern". Ein
kammähnliches Brett mit spitzen oder runden Einschnitten wurde über die feuchte
Außenschicht gezogen und ergab Steifen- oder Wellenmuster, manchmal nur auf Lücke als
Kreuz, Sonne oder ähnliches gestaltet. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt. Wir
können uns ein Bild davon machen, wenn wir mit dem Buntmesser oder der Gabel Butter oder
Kartoffelbrei verzieren.
Lehmhäuser sind im Sommer schön kühl und im Winter warm. Beispiele für das
Weilern, dass
man wohl Volkskunst nennen kann, findet der geschichtsinteressierte Besucher
u.a. in Authausen, Pressel Trossin und in Glaucha.
Khg
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Mit Sicherheit! Nur weniger mit dem wissenschaftlichen Namen, sondern
als Sand-, Hänge-, Weiß- oder Warzen- Birke
im Volksmund auch Maje genannt.
Den Baum selbst muss ich nicht beschreiben. Im Frühjahr leuchtet sein
weißer Stamm mit dem hellgrünen Laub weithin, bei Raureif im Spätherbst sieht es wie
"Feenschschleier" aus. Eine Augenweide, wenn er als Alleebaum manche
Heidestraße begrenzt. Ein Birkenwald ist zum Beispiel am Zadlitzbruch an der Straße von
der B 183 nach Falkenberg zu sehen.
Vorgetrieben stellen sich viele einen Osterstrauß ins Zimmer und am 1. Mai
schmückt man die Häuser mit ihrem Grün. Er ist der erste Laubbaum, der im Frühling
treibt, er wurde deshalb im germanischen Glauben als Baum der Göttin Ostera verehrt.
Bauern stellten einen Besen aus Birkenreisig schräg vor die Stalltür, das sollte
den Hexen den Zutritt verwehren.
Verwendung findet er als Besenreiser, Birkenwasser, Birkenteer, Furnierholz und im
Kunstgewerbe, hier vor allem die Rinde. In der sibirischen Taiga - soweit reicht ihre
Verbreitung von Mitteleuropa aus - kann sich der Jäger jederzeit ein Lagerfeuer von
Birkenholz entfachen, da es auch im grünen Zustand brennt.
Birken sind sehr anspruchslos, wachsen auch auf armen, trockenen Böden. Unsere
heimische Art kann bis zu 25 Meter hoch und bis zu 70 Jahre alt werden.
Wir erfreuen uns an diesem schönen Baum und singen im Kanon: ,,Wie schön ist es
im Freien, wenn unter grünen Maien wir singen allzumal, da klingen Berg und Tal"
oder das böhmische Lied: " Drei weiße Birken in meiner Heimat steh'n..."
Karl-Heinz Göhe
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KARNEVAL - NARREN - LEBENSFREUDE
Seit jeher wird in der Dübener Heide die Geselligkeit geschätzt,
speziell auch die Geselligkeit, bei der man sich verkleiden und Masken aufsetzen kann. So
verstanden es schon unsere Altvorderen, ausgelassen ihre Maskenbälle und Kostümfeste zu
feiern. Da blieb es im Laufe der Zeit auch nicht aus, dass sich bei närrischem Engagement
in etlichen Heideorten Karnevalsvereine, Faschingsclubs oder Fastnachtsräte etablierten.
Ob nun in der Kurstadt Bad Düben oder Pretzsch, ob in Gräfenhainichen oder
Schlaitz, ob in Pressel, Kemberg oder Söllichau - überall wo Karnevalisten in der 5. -
der sogenannten närrischen Jahreszeit auftreten, bringen sie ihren Mitbürgern stets
Stimmung, Geselligkeit und Lebensfreude. Mit Satire, feinsinniger Ironie, aber auch mit
festem Spott nehmen sie so manchen Missstand ins Visier und helfen somit diesem oder jenem
,,Volkstribun" auf die Sprünge. Gemeinsam haben wir Karnevalisten uns dem Humor
verschrieben, denn mit Humor geht bekanntlich alles besser. Diese alte Volksweisheit ist
letztlich der Freibrief für alle Freunde der Faschingszeit. Im Naturpark Dübener Heide
feiern wir ausgelassen die närrische Zeit. Amll.1l.-llUhrllging es vielerorts los, so
auch bei uns in Bad Düben, wo der Bürgermeister den Rathausschlüssel rausrücken
musste.
Sicher gehören Sie zu den Menschen, die Spaß an der Freud' finden und die eine
der zahlreichen Veranstaltungen der Karnevalssession in der Dübener Heide besuchen
möchten, dann informieren Sie sich im Veranstaltungskalender auf den letzten Seiten und
besorgen Sie sich Karten über die örtlichen TouristBüros. Aber schieben Sie es nicht
auf die lange Bank, - denn am Aschermittwoch ist alles vorbei.
Übrigens : Siest du deinen Chef im Supfe winken, wink zurück und lass ihn sinken!
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In den Orten der östlichen Dübener Heide haben sich alte Bräuche in
der Fastnachtszeit erhalten und werden besonders von der Jugend mit viel Spaß gepflegt.
So wird in Falkenberg und Dahlenberg .gezempert".
Mit viel Musik, geschminkt und verkleidet, zieht man von Haus zu Haus und bittet um
Gaben. Die Bewohner lassen sich nicht lange bitten, wie schon ihre Vorfahren, etliche
Eier, Speck, hausschlachtene Wurst und saure Gurken mit fröhlichem Gruß zu übergeben.
Heute sind, neben Cola und Salzstangen, auch Geldstücke dabei. Dabei wird auch ein
Strick über die Straße gespannt und Passanten werden, einschließlich Autofahrern, auf
lustige Weise - aber mit Nachdruck, um einen Obulus gebeten.
In Roitzsch, fünf Kilometer weiter, wird geschnurrt.
Dieser Brauch ist ähnlich wie in das Zempern. Die Elsniger an der Elbe pflegen
jedes Jahr am ersten Sonntag nach Rosenmontag den Brauch des "Bärenlöten".
Zwei kräftige Burschen aus dem Ort werden mit Stroh umwickelt und mit Musik von
Haus zu Haus geleitet. Auch hier werden Spenden für ein Faschingsfest eingetrieben.
Jedes Jahr am 22. Februar wird in Trossin .gepetert".
Die Kinder ziehen mit ihrem Spruch: ,,Guten Morgen, guten Morgen, ist der Peter
noch nicht dagewesen? Ein paar Eier, einen Dreier und ein Stückchen Speck, dann sind wir
geschwinde wieder weg!" zu jedem Haus im Dorf. Auch sie erhalten Gaben, die das Essen
und Trinken beim Faschingsball zur Freude machen. Der Petertag in Trossin hat seinen
Ursprung in einem alten katholischen Fest am 22. Februar, P e t r u 5
Inthronisation".
Vielleicht sind Sie zur Faschingszeit gerade in dieser geselligen Gegend.
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,,Der Organist von Sankt Marien.
Dessauer Hoforganist und königlicher Musikdirektor
Richard Bartmuß wurde am 23. Dezember 1859, als erster Sohn des Organisten und
Lehrers Woldemar Bartmuß, in Schleesen (6km von Oranienbaum) geboren.
Zwischen 1855 und 1860 machte Vater Woldemar die kleine Schleesener Dorfkirche
durch seine wunderbaren Orgelvorträge zu einem musikalischen Anziehungspunkt. Franz
Liszt, der berühmte Pianist, schenkte ihm als Würdigung seine gesamten
Orgelkompositionen.
1860 zieht die Familie nach Bitterfeld, wo Richard seinem Vater half, Gottesdienste
musikalisch zu gestalten.
Er wächst heran und besucht das Wittenberger Humanistische Gymnasium. Ausgeprägtes
Musikinteresse veranlasst den Vater, den Sohn auf das Delitzscher Lehrerseminar zu
schicken. Hier besteht Richard Bartmuß 1879 die 1. und 2. Lehrerprüfung und wird Lehrer
an der Knabenschule in Wittenberg.
1881 legt er das Staatsexamen ab und wird 1885 Organist an der Schloßkirche zu
Sankt Marien in Dessau.
Am 29. April 1890 wird Richard Bartmuß zum Hoforganisten Herzog Friedrich 1.
ernannt und im selben Jahr heiratet er Anna Schubert, Konzertsängerin und Pianistin, mit
der er fünf Kinder großzieht.
Er schreibt weithin gerühmte Kirchenmusik und neben seiner Lehrtätigkeit für
Organisten viele Kompositionen und Kirchenlieder.
Richard Bartmuß erhält folgerichtig den Titel ,,Königlicher Musikdirigent",
den ,,Orden für Wissenschaft und Kunst" und wird 1903 zum ,,Königlichen Professor
für Musik" ernannt. 1910 stirbt er im Alter von 51 Jahren in Dessau und 1911 wird
ihm zu Ehren das Grabmal mit der Inschrift ,,Ich will singen von der Gnade des Herrn"
errichtet. Reich ist die Geschichte der Dübener Heide, so auch das kleine Dorf Schleesen
mit seiner schönen Kirche. Sie und das alljährliche großartige Rosenfest ziehen viele
Besucher an.
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Schilfrohr und andere Wasserpflanzen, mehrere Arten Wassergeflügel und
Fische sind dort zu beobachten. Unser Foto zeigt ein Kind mit einer Malermuschel (Unio
pictoforum), einer der drei Teichmuschelarten, die dort im Schlamm leben. Sie kann bis 15
cm in der Länge erreichen. Halb im Trockenen liegende Tiere spritzen manchmal in kurzen
Zeitabständen einen meterweiten Wasserstrahl aus. Wahrscheinlich werden so die Larven
(Glochidien) der zwittrigen Tiere, die sich in den Kiemen entwickeln, verbreitet.
Die scharfkantigen Schalenreste abgestorbener Tiere sind sicher einigen Badenden in
unguter Erinnerung.
Text.' Karl-Heinz Göhe Foto.' Felix Saul
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Das Tor zur Dübener Heide, wie Bad Düben auch genannt wird, ist dann
um eine Attraktion reicher. Das HEIDE SPA, ein innovatives Gesundheits-, Wellness- und
Veranstaltungszentrum, wird ein breitgefächertes Angebot bei der
Gesundheitspflege und im
Wellnessbereich haben. Schwimmen, Sauna, Kuranwendungen und medizinische Bäder sind unter
einem Dach vereint.
Das Herz des HEIDE SPA ist der Bad- und Saunabereich. Ein Gesundheitsbad mit Innen-
und Außenschwimmbecken, Whirlpools, Massagedüsen und Sprudelliegen sorgen dafür,
dass
der aktiven Gesundheitsvorsorge nichts im Weg steht Den Badebereich rundet ein
Wildwasserkanal und ein Kinderbecken im Innen- und Außenbereich ab, der vornehmlich für
Familien interessant sein wird.
Ein Selbstbedienungsrestaurant sorgt für die notwendige Stärkung zwischendurch.
Der Saunabereich setzt neue Maßstäbe in der Dübener Heide. Neben der Bio-, Dampf- und
finnischen Sauna werden die Saunaliebhaber auch im Außenbereich auf ihre Kosten kommen.
Eine Blockhaussauna und eine Erdsauna sorgen im heidetypisch gestalteten Paradiesgarten
gerade in den Wintermonaten für ein skandinavisches Ambiente und damit ein Erlebnis der
besonderen Art. Ein Außenschwimmbecken mit gleichbleibenden 18 Grad sorgt für die
notwendige Abkühlung nach dem Saunagang.
Was wäre Bad Düben ohne Kuranwendungen. Mit der Eröffnung des HEIDE SPA wird die
fast 1 00-jährige Tradition des Dübener Badbetriebes fortgesetzt. Bei orthopädischen
Erkrankungen, Herz- Kreislauf- und Gefäßproblemen bieten die medizinischen Anwendungen
des HEIDE SPA ausgezeichnete Behandlungsbedingungen. Naturmoor Anwendungen, ein
Bewegungsbad sowie die medizinische Trainingstherapie runden das therapeutische Angebot
ab.
Das HEIDE SPA wird aber nicht nur im gesundheitsorientierten Bereich Maßstäbe
setzen, sondern auch einen modernen Veranstaltungsbereich vorhalten.
Im großzügig angelegten Saal mit moderner Tagungs- und Übertragungstechnik, der
ca. 470 Besuchern Platz bietet, werden neben Tagungen, Tanzveranstaltungen auch Kino-,
Theater- und Konzertaufführungen möglich sein.
Drei Seminarräume mit einer Platzkapazität bis zu jeweils 30 Plätzen können
für Schulungen, Firmenpräsentationen wie auch für kleinere Familienfeiern genutzt
werden. Einen wichtigen Platz in der Angebotspalette werden die beiden Restaurants der
gehobenen Gastronomie einnehmen. Neben Speisen der regionalen Küche werden auch
gesundheitsorientierte Speisen und Getränke angeboten. Kulinarische Themenwochen und
Veranstaltungen werden die Restaurants zu einem Erlebnis machen.
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Am 11. Dezember 1999 lädt das HEIDE SPA zum ,,Tag der offenen
Tür" ein. In der Zeit von 10:00Uhr bis 16:00 1Uhr sind alle interessierten Bürger
eingeladen um erste Eindrücke und Anregungen über die zukünftigen Angebote des HEIDE
SPA zu gewinnen. Musik, Tanz und Modenschau werden diesen Tag umrahmen und zu einem
Erlebnis machen.
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Noch ein Brief erreichte uns; hier ein kleiner Ausschnitt:
Die Dübener Heide liegt genau wie unsere Eifel in zwei Ländern, hier:
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, dort: Sachsen und Sachsen-Anhalt. Aber
einträchtig wurde der Wandertag zwischen Bad Düben und Bad Schmiedeberg aufgeteilt.
Wir wohnten wunderschön privat in dem Kurort Bad Düben. Von hier aus starteten
wir dann mit unseren Wanderungen oder Fahrten am Rande der Dübener Heide. Es gibt viele
Wanderwege, so den Lutherweg, und man fragt sich, was Luther mit den Wanderern zu tun
hatte. Zum einen legte Bruder Martin so manchen Kilometer zu Fuß zurück. Zum anderen ist
überliefert, daß Martin Luther bis 1520 die Strecke zwischen Leipzig und Wittenberg
viele Male zurücklegte.
Martin Luther, alias Bernhard Naumann ging die geschichtsträchtige Strecke
zwischen Leipzig und Wittenberg über 72 Kilometer mit vielen Freunden ab, und nahm auf
dieser Strecke Wanderer des Deutschen Wandertages mit auf den Weg.
Der Koh1haas~Weg wurde nach der legendären Geschichte des Hans Kohlhase benannt,
dessen Leben Heinrich von Kleist in seiner Novelle ,,Michael Kohlhaas" beschrieb, und
das sich bei Bad Düben abspielte.
Es gibt einen Bier-Weg (das Krostitzer Bier ist weit über seine Grenzen hinaus
bekannt). Besonders zu empfehlen ist auch ,,Der Wanderweg der Lieder". Die Landschaft
ist darüber hinaus dafür bekannt, daß dort die Biber ,,hausen", die sonst in
Deutschland fast ausgestorben sind. Der Biber ist als ,,Dübi" das Wappentier der
Dübener Heide.
Der Gustav-Kögel-Weg ist nach einem Wanderer der Heide benannt. Er umwanderte als
erster Mensch 1896 unseren Erdball. Der Gedenkstein für ihn steht in seinem Geburtsort
Presse1. Der Wandertag selbst war in allen Bereichen großartig organisiert. Es gab neben
den Wanderungen und Fahrten viele kulturelle Veranstaltungen überall in der Region.
Man darf sich die Dübener Heide nicht wie die Heidelandschaft im Norden
vorstellen. Heidekraut dominiert nicht, dafür aber viel, viel Wald.
Das Radwandern bietet sich in der Dübener Heide bestens an, die Landschaft ist
außer kleinen Erhebungen fast eben, man radelt meist durch Wald auf schönen und bequemen
Wegen. Der Fest-umzug am Sonntag umfaßte etwa .15.000 ,,Mitmarschierer", und wohl
auch die gleiche Zahl tand am Rand und winkte den Wandersleuten zu. Es war eine fröhliche
Stimmung.
Freude, Genugtuung ob der schönen Tage und das Versprechen des Wiederkommens einte
die vielen Menschen.
Ilse Majunke
Ehrenvorsitzende des Eifelvereins, Ortsgruppe Bonn
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1516 wurden in Schmiedeberg 4061 Fässer Bier gebraut, darunter auch im
Haus des heutigen ,,Zum Kurfürst". Erleben Sie hier nach, wie der Kurfürst von
Sachsen - Wittenberg, Friedrich II., genannt der Sanftmütige, mit seiner Margarethe
tafelte und wie das Bier seiner Zeit schmeckte. Machen Sie sich mit ihrer Großfamilie, im
Verein, in der Reisegesellschaft, beim Firmenausflug einen unvergesslichen Abend!
Von 19.00 Uhr bis Mitternacht werden nach überlieferten Rezepten vorn Küchenchef
Henry Linke 20 Gerichte zubereitet und nacheinander serviert. Darunter solche
Gaumenfreuden wie gefüllte Wachteln, Kalbsspieß in rassiger Senfsauce, Fischpastete,
Wildschweinkeule, Gebirgskäse auf hausgebackenem Steinbrot - und das alles vorzugsweise
gewürzt mit Kräutern, denn Salz war damals so teuer wie Gold!
Dazu, neben einer Priese Schnupftabak, auch Met und Branntwein und natürlich
mittelalterliche Musik. Ich will nicht alles verraten - ein bisschen Überraschung soll
sein!
Der Preis für diesen mittelalterliche Abend beträgt pro Person 65,- DM.
Und wenn Sie dem Abend noch die Krone aufsetzen wollen, auch bildlich gesprochen,
dann lassen Sie sich für einen kleinen Aufpreis in Kostüme als Kurfüst, Hofdame oder
Bürgermeister einkleiden. Ein stimmungsvoller, unvergesslicher
Abend ist Ihnen gewiss.
Natürlich können Sie auf Wunsch mit der Bestellung auch gleich die Übernachtung buchen.
Die Kurstadt Bad Schmiedeberg bietet darüber hinaus schönen Aufenthalt, so die
Wochenendkur, Wandern, Rad- und Kremsertouren, das Erlebnisbad BASSO und vieles mehr. Auch
unser Angebot ist vielfältig, es reicht vom Böhmischen Wochenende über historischen
Modenschau bis zu sinnlichen Weihnachtsfeiern. Täglich ab 11.00 Uhr gilt: das
Speisenrestaurant hält für Sie deftige Hausmannskost und Gourmetspezialitäten bereit
Mit den besten Empfehlungen
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Ein Gefechtsstand der Nationalen Volksarmee der DDR bei Söllichau in
der Dübener Heide
Bis 1990 streng geheim und bestens getarnt hält jetzt dieser
Gefechtsstand für Besucher seine Pforten geöffnet. Die Bunker liegen tief unter der Erde
und zeigen mit ihrer Technik, wie die NVA auf den Verteidigungsfall vorbereitet war. Auch
heute noch weitgehend funktionstüchtig, gibt er einzigartige Eindrücke der jüngeren
Militärgeschichte.
Das Angebot für Besucher:
- Führungen durch die Bunkeranlage
- Vorführung der Technik
- Ausstellung über die ,,Buche" im 2. Weltkrieg
- Schautafeln zur Bunkeranlage und
- zum Warschauer Vertrag
Darüber hinaus:
- Übernachtung in den Bunkeranlagen
- gastronomische Betreuung
- Nutzung des Schießstandes
- Tagungsräume Es geht nicht um Glorifizierung vergangener Epochen, wenn sicher
auch
die original erhaltene Ausrüstung und Bekleidung bei manchem damaligen
NVA- Angehörigen etwas Nostalgie aufkommen lassen wird.
Es geht darum, die Dübener Heide in der Vielfalt ihrer touristischen
Möglichkeiten zu zeigen. Dazu gehören u.a. auf militärhistorischem Gebiet das
Schlachtfeld auf den Süptitzer Höhen, der Elbübergang bei Wartenburg, die
Begegnungsstätte der sowjetischen und amerikanischen Armee in Torgau und eben auch dieser
Gefechtsstand. Es geht darum, zum Nachdenken anzuregen, wie furchtbar Kriege sind und das
alles getan werden muß, sie zu verhindern.
Zu erreichen ist die Anlage von Söllichau in Richtung Kossa, nach den Bahngleisen
links, vorbei an der Friedrichshütte.
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Frisch geschneit hat es. Majestätisch ragen die Masten der Freileitung
aus den Feldern und Wiesen. Wir sind zwischen Muldenstein und Roßdorf, im unteren
Muldetal. Hoch hinaufragt das ,,Hohe Ufer", wenn man Muldenstein in Richtung Jeßnitz
verläßt. Tief unten fließt die Mulde, von alten Bäumen umsäumt. Dann ist da auch der
schön gelegene Waldfriedhof Verschneit liegen die Gräber.
Auf den Wegen sonntägliche Besucher, Zeit zum Nachdenken und der Ruhe. Der Winter
ist die Atempause im jahreszeitlichen Ablauf Kraftschöpfen, Sammeln der Sinne, Durchatmen
ist angesagt, auch dann, wenn die Frostluft die Nasenhaare zum Kribbeln bringt und die
Finger trotz Fausthandschuhen steif werden. Bald ist der winterliche Zauber wieder vorbei,
der Schnee wandelt sich in Wasser und fließt wie der Strom in den Drähten.
Text und Foto:
Siegfried Rabenhorst
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Wer sich die neue aktuelle Wanderkarte vom Naturpark Dübener Heide,
herausgegeben vom Kartographischen Werbedienst Leipzig, zur Hand nimmt, kommt sicher
schnell zu nachstehender Überzeugung:
Was für den Harz die Hexen sind, ist für unsere Heide der Teufel"
Gehen Sie einfach einmal auf Entdeckungstour unter diesem Aspekt und
erkunden sie die historischen oder sagenhaften Begebenheiten. Sehen Sie selbst, wie oft
der Name ,,Teufel" in Verbindung mit der Landschaft genannt wird:
1. Teufelshut zwischen Wachtmeister und Reinharz
2. Teufelsstein bei Schköna
3. Teufelsmühle zwischen Großwig und den Schmiedeberger Weinbergen
4. Teufelsschlucht im Stadtwald von Bad Schmiedeberg -Buchenlauben
5. Teufelsberg bei Reinharz
6. Teufelsteich im Revier Söllichau in Richtung ,,Schöne
Aussicht"
Mit den Sagen, Moritaten... ist das so eine Sache. Oft wurden sie über
Jahrhunderte mündlich übertragen und heute gibt es nicht nur sondern gleich mehrere
schriftliche Aussagen.
Der Teufelsstein wurde in unserer' Zeitschrift ,,Ferienland Dübener Heide"
schon vorgestellt. Der Teufelshut ist ein großer Findling zwischen dem Heidegasthof
Wachtmeister und der Ortschaft Reinharz. Als Orientierung sollte man sich das
Reinholdshäuschen merken, welches sich in unmittelbarer Nähe dieses Steines befindet.
Der Wald um den Teufelshut ist ein hügeliges Gelände. Er war für die
Heidebewohner Hauptverdienstquelle. Im Nebenerwerb betrieben sie Landwirtschaft. So war es
in den vergangenen Jahrhunderten auch eine Selbstverständlichkeit, dass sie ihr Vieh zur
Nutzung (Weide) und die Schweine zur Mast zeitweise im Wald hielten.
Auf Grund der Tatsache des unebenen Geländes kam es zu Unfällen bis zu
Knochenbrüchen bei den Tieren und Hirten. So lag es nahe, dass die Leute den Ort um den
Findling als Teufelshut bezeichneten.
Vielleicht kennen sie als Heidebewohner oder Kenner der Heide weitere
Teufelsbezeichnungen oder Erklärungen der genannten Namen. Wenn ja, so schreiben sie uns
bitte oder rufen einfach an. Die Redaktion der ,,Ferienland Dübener Heide" freut
sich darauf.
Bei der Erkundung und dem Erleben mit dem Heideteufel wünsche ich Ihnen viel
Freude.
Walter Wototschek
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Im vergangenen Sommer wurden in Tornau eine schmucke Heimatstube und ein
Galeriecafe eröffnet. Beides befindet sich in der ehemaligen Schule (Krinaer Straße) und
sind montags bis donnerstags von 10.00 bis 16.00 Uhr!; freitags bis 14.00
Uhr und nach Vereinbarung unter Tel.: (034243)24761 oder 50511 geöffnet. Zu sehen sind
Gegenstände aus vergangenen Zeiten: von der Kaffeemühle bis zur Nähmaschine, vom
Heidelbeerkamm bis zum Schaukelpferd. Der Heidekünstler Wolfgang Köppe aus Tornau hat in
eindrucksvollen Wandbildern die Geschichte des
Dorfes wieder lebendig werden lassen. Im Galeriecafe sind wechselnde Ausstellungen
von Künstlern, die der Heide eng verbunden sind, zu sehen. Bei einem guten Kaffee kann
dann der Besuch ausklingen.
Monika Köppe
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Im schönen Heidedorf Süptitz vor Torgau findet man im Gemeindeamt,
unweit des Dorfteiches, ein mit viel Liebe und Sachkenntnis eingerichtetes kleines Museum.
Der beeindruckendste Teil der Ausstellung widmet sich der Schlacht auf den
Süptitzer Höhen im Siebenjährigen Krieg. Große Historienbilder des Malers Volker
Pohlenz und ein Diorama aus Zinnfiguren von Benno Lorenz lassen den Betrachter die
furchtbare Schlacht nacherleben. (In unserer Sommerausgabe werden wir dazu näheres
bringen.)
Der zweite Teil der Heimatstube zeigt eine reiche und vielfältige, manchmal auch
kuriose Sammlung aus bäuerlicher und häuslicher Wirtschaft vergangener Zeiten. Oft
huscht dem Betrachter ein versonnenes oder auch amüsiertes Lächeln über das Gesicht,
wenn sie die Gerätschaften ihrer eigenen Ahnen erkennen.
So geht es von einer beträchtlichen Anzahl alter Bügeleisen, Waschhausutensilien
bis zum spitzenbesetzten Nachthemd. Ein Besuch lohnt sich; wochentags ist bis in den
Nachmittag hinein geöffnet, am Sonnabend und Sonntag bitte Anmeldung.
Tel.:(03421)72170
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Das Dörfchen Mockritz, ein Ortsteil von Elsnig, an der Weinske, liegt
am internationalen Elbradweg zwischen Torgau und Dommitzsch. Im gepflegten Ort gibt es
manch Sehenswertes. Da wäre zu nennen, die von Einwohnern in vielen Arbeitsstunden
instandgesetzte hübsche kleine Bauernkirche, wo nur noch das Dach des Türmchens auf die
Reparatur wartet. Da gibt es weiter eine liebevoll eingerichtete Heimatstube, die einen
guten Überblick über das Leben der Dorfbbwohner in früheren Zeiten gibt. Die Wirtin der
im gleichen Hause befindlichen ,,Mockritzer Quelle" betreut die Heimatstube und weist
den Besuchern den Weg. Im ersten Raum sind vor allem landwirtschaftliche Geräte und
Gegenstände aus dem täglichen Leben unserer Ahnen zu finden. Im zweiten Raum geht es
hauptsächlich um den häuslichen Bereich einer Bauernfamilie aus Urgroßeltern Zeiten,
insgesamt also manches aus dem früheren Landleben.
Es gibt aber noch mehr im Ort zu sehen. So hat der Besitzer des großen, ehemaligen
Dreiseitenhofes (wenige Schritte links vorn Gasthaus), Herr Höhne, manches von der
Landtechnik aus jenen Zeiten liebevoll zusammengetragen und restauriert. Ständig ist er
auf der Suche nach weiteren Stücken und ist stets gern bereit, diese Technik dem
interessierten Besucher vorzuführen.
Klaus Menzel
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Eine kleine Wanderung in Verbindung mit Wissenswertem aus unserer
Heimatgeschichte bietet Dahlenberg mit seinem Mackensen-Pfad den Besuchern. Hier irn Ort
auf dem Gut ,,Hans Leipnitz" wurde er geboren.
Im ,,Bauernstüb'l" Dahlenberg kann auch jederzeit von den' Besuchern eine
kleine Ausstellung über den Generalfeldmarschall besichtigt werden. Vielleicht gibt es
auch gerade Speckkuchen, den August von Mackensen leidenschaftlich gern aß.
Im Wetzscherloh, einem Waldstück unweit der Pleckmühle Dahlenberg, ungefähr 15
Wanderminuten von Dahlenberg entfernt, befindet sich der Mackensen-Stein mit
Mackensen-Eiche.
Der Mackensengedächnis-Verein hat diese Stelle, wo sich von Mackensen 1924 bei
einer gemeinsamen Kutschfahrt mit dem Rittergutsbesitzer Dr. Otto Küstuer an seine
Kindheit in seinem Heimatort Dahlenberg erinnerte, hergerichtet. Hier wurde 1924 die
Mackensen-Eiche gepflanzt. Der Mackensen-Stein, ein Findling, wurde von Herrn Klaus Thiele
aus Lutherstadt Wittenberg gestaltet. Eine Büste des Generalfeldmarschall ziert den Stein
und alle wichtigen Daten sind auf einer Platte darunter festgehalten. Zwei Naturbänke
laden in diesem ruhigen Stückchen Wald zur Rast ein.
Text + Foto: Renate Klausnitzer
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Der nachfolgende Beitrag befasst sich mit dem Wirken eines von mehreren
Mönchsorden im Mittelalter, der auch im Gebiet der D´übener Heide tätig war.
Im Mittelalter traten häufig Seuchen auf, wobei die Ursachen zunächst
unerkannt blieben. Den davon Betroffenen konnte nur unzureichend oder überhaupt nicht von
der Kirche geholfen werden.
Deshalb kam es zu Gründungen von Laienbrüderschaften zum Zwecke der Pflege dieser
Kranken.
Eine seit dem 11. Jahrhundert weit verbreitete Krankheit in Mitteleuropa war der
Mutterkornbrand, auch Antoniusfeuer genannt, eine Krankheit, die durch den Verzehr von mit
Mutterkornpilzen befallenen Roggenprodukten, hervorgerufen wurde. Roggenprodukte waren im
Mittelalter ein Hauptnahrungsmittel.
So kam es dann, wenn in Zeiten von Missernten
auch minderwertiger Roggen
verarbeitet werden musste, zu Erkrankung an Mutterkornbrand. Unter furchtbaren Schmerzen
starben Finget; Zehen und letztendlich ganze Gliedmaßen ab. Meist half dann nur eine
Amputation, um eine Überlebenschance zu erhalten. Zur Bekämpfung dieser Krankheit
stiftete um 1095 ein wohlhabender Ritter in Frankreich die Laienbrüderschaft der
Antoniusherren, die sich insbesondere der Pilger- und Krankenpflege widmete. Ihr
Namenspatron war der Mönchsvater Antonius der Eremit, welcher im 4. Jahrhundert in
Ägypten gelebt hatte. Im Jahre 1247 wurde diese Brüderschaft vom Papst zum
eigenständigen Orden erhoben. Diese Antoniusherren müssen auch ziemlich erfolgreich
gearbeitet haben, denn ihr Tätigkeitsbereich breitete sich rasch über Mitteleuropa aus.
So solider askanische Herzog Bernhard (1180-1212) ihnen ein Stück Land bei der Stadt
Prettin an der Elbe geschenkt haben. Hier entstand zunächst ein Hospital, woraus dann
eine von den sechs Hauptniederlassungen (Generalpräzeptoreien) in Deutschland entstand,
die Generalpräzeptori Lichtenberg (späterLichtenburg).
Für ihre Haupteinkünfte, welche sie für die Unterhaltung der Hospitäler
benötigten, wurde ihnen vom Papst aus das Almosensammeln gestattet, womit sie zu den
Bettelorden zählten.´
Das Sammelgebiet von Lichtenburg hatte einen beträchtlichen Umfang, denn es
beschränkte sich nicht nur auf das damalige Kursachsen, sondern es umfasste
die Gebiete
des Bistums Meißen, des Erzbistums Magdeburg mit den Bistümern Merseburg, Naumburg und
Brandenburg sowie Teile des Erzbistuns - namlich die Diözesen Halberstadt und Hildesheim.
In Wittenberg sind die Antoniter seit 1403 nachweisbar. 1457 erwarben sie ein
eigenes Haus mit Hof in der Pfaffengasse (heute Nr.27), worauf sie kurz danach mit dem Bau
einer Kapelle begannen. Dieser Kapellenbau führte zu einem mehrjährigen Streit mit den
schon in Wittenberg ansässigen geistlichen Einrichtungen, die eine Schmälerung ihrer
Einkünfte vorhersahen. Der Wittenberger Antoniterhof wurde bis 1536 von den Mönchen
genutzt und dann an den Universitätsprofessor Veit Oertel von Windsheim verkauft.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer und auch die Nutzung mehrmals, so
wurde er 1735 zu einem Gefängnis (Fronfeste) umgebaut, ehe sich 1910 ein Handwerksbetrieb
auf dem Anwesen etablierte.
Unsere Abbildung zeigt die Attribute dieser Mönche. Sie trugen eine schwarze Kutte
auf der ein blaues T angebracht war.
Außerdem gehörte dazu ein Stab mit einem T-förmigen Kreuz und Glocken, sowie ein
Schwein, das sogenannte ,,Tönniesschwein", ebenfalls mit einer Glocke am Ohr. Der
Orden besaß im Mittelalter das Privileg, als Ausgleich für die Krankenpflege, Schweine
in den jeweiligen Gemeinden frei weiden zu lassen, d.h. die Gemeinden mussten
das Schwein
bzw. die Schweine mit durchfüttern.
Am Tag des Heiligen Antonius (17. Januar) wurden diese Schweine meistens
geschlachtet. Das Fleisch bzw. der Erlös vom Verkauf des Fleisches wurde den
Mönchen übergeben. Das Schweineschmalz wurde außerdem bei der Herstellung des
Antoniusbalsam benötigt. In Verbindung mit verschiedenen Heilkräutern wurde von den
Mönchen eine Heilsalbe hergestellt, deren therapeutischer Wert umstritten ist, doch
infektionshemmend bzw. schmerzlindernd war sie sicherlich.
Dann wurde dem Kranken noch der geweihte Antoniuswein gereicht Denn nur mit
Gebeten, die an den Heiligen Antonius gerichtet waren, ließ man es nicht bewenden. Man
kann somit auch den Beginn des Weinanbaus, speziell in der Region der Lichtenburg
(Schweinitz und Jessen), mit den Antonitermönchen in Verbindung bringen.
Mit der Zeit wuchs der Reichtum der Antonitermönche in Lichten1öurg
durch das Almosensammeln sowie durch Schenkungen und Geldgeschäfte gewaltig an.
Das führte jedoch u.a. dazu, daß die Krankenpflege in den Hintergrund trat und
das Leben der Mönche von ihrer Ordensregel - völlige Annut, Keuschheit und Gehorsam
immer mehr abwich. Da sie sich auch mit dem Ablaßhandel beschäftigten und den
wortgewaltigen und erfolgreichen Ablaßhändler Johann Tetzel in ihrem Namen wirken
ließen, wurden sie bei der Reformation von Martin Luther besonders attackiert, was
schließlich zum Untergang des Ordens in Deutschland führte. Die Lichtenburger Mönche
traten 1525 aus dem Orden aus und zur evangelischen Lehre über. Ihr letzter Präzeptor
(=Vorsteher) heiratet auf Anraten Luthers im selben Jahr. Das Kloster Lichtenburg wurde im
Jahre 1536 aufgelöst und der Kurfürstinwitwe Elisabeth von Brandenburg vom sächsischen
Kurfürsten Johann Friedrich (1532-1547) als Wohnsitz zugewiesen.
Luther selbst weilte auch einige Male in Lichtenburg, wo er unter anderem wichtige
und für die Reformation bedeutsame Unterredungen mit dem Vertreter des Kurfürsten Georg
Spalatin (1518) bzw. mit dem Gesandten des Papstes Hans von Miltitz (1520) führte. Dabei
bekam er auch den ganzen Reichtum dieser Mönche zu Gesicht, der ihn zu folgenden Aussage
bewog: ,,Ich verwundere mich des großen Gutes und der herrlichen Gebäude der
Antoniusherren zu Lichtenberg also, dass
es zu dieser Zeit mit drei Tonnen Goldes
schwerlich zu enden wäre."
In den Jahren von 1565 bis 1582 wurde die Klosteranlage abgebrochen, und an dieser
Stelle vom sächsischen Kurfürst August (1553-1586) das Schloss
Lichtenburg errichtet,
das dann eine wechselvolle und auch schlimme Geschichte als Witwensitz der sächsischen
Kurfürsten, Zuchthaus und später als Konzentrationslager hatte.
Zu erwähnen wäre noch, dass
bei der Gründung Universität in Wittenberg die
beiden letzten von Lichtenburg als Universitätskanzler vom Kurfürst Friedrich dem Weisen
berufen wurden und erfolgreich beim Aufbau dieser Hochschule mithalfen.
Wer sich näher mit der Geschichte der Antoniter befassen will, dem sei u.a. ein
Besuch des Schlossmuseums
Lichtenburg in Prettin empfohlen. (Tel.:035386/22382)
FritzKulwatz
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Der Winter hat das Zepter übernommen. Was liegt näher; als eine
Skitour zu unternehmen. Kurz entschlossen muß man sein, denn allzulang währt das weiße
Wintervergnügen in der Dübener Heide in der Regel nicht.
20 Zentimeter Pulverschnee und minus 50 C, die Bretter wachsen und schultern und
mit Kind und Kegel mit dem Regionalzug oder dem Auto auf ins Kammgebiet des Naturparks -
nach Söllichau. Ab Wittenberg, 8.56 Uhr (alle zwei Std.), ab Bad Düben, 8.01 Uhr (alle
zwei Std.).
Am Bahnhof beginnen wir unsere Tour. Wir durchqueren auf dem ausgeschilderten
Förster- Wanderweg ( Markierung: gelber Strich) zuerst den schönen Heideort mit seiner
Kirche romanischen Ursprungs. Vor dem westlichen Ende des Ortes biegt der genannte
Wanderweg rechts ab. Eine weiße Winterlandschaft in 130 Meter über NN läßt die Bretter
schnell anschnallen. Auf gemeinsamer Route mit dem Rundwanderweg Söllichau (gelber Punkt)
geht's in nördlicher Richtung bis zur Waldkante.
Am verwehtem Wegweiser suchen wir den Hinweis zur Siebenarmsäule und folgen dem
gelben Punkt. Immer leicht ansteigend fahren wir durch den tiefverschneiten Wald. Ab und
zu fällig uns aus den Baumwipfeln Schnee in den Nacken- was liegt da näher, als eine
kleine Schneeballschlacht im winterlichen Naturpark. Nach vier Kilometern Tour ist die
Siebenarmsäule, einer der bedeutendsten Wanderwegschnittpunkte auf dem Heidekamm,
erreicht. Der weitere Weg führt weiter leicht ansteigend auf dem
Heideringweg in Richtung Bad Schmiedeberg Schöne Aussicht. Der Weg ist jetzt mit
dem roten Punkt gekennzeichnet. Gleichzeitig befinden wir uns auf dem Wanderweg der
Lieder, der im Sommer dieses Jahres aus Anlaß des 99. Deutschen Wandertages ausgewiesen
wurde.
Am Dreiländereck angekommen, finden wir den 12. Liederstandort mit dem märkischen
Wanderlied:" Nun ade', du mein lieb Heimatland...".
Hier in der Nähe des Wurzelberges ist der höchste Punkt der Tagestour erreicht.
Zigeunergrab und Jungferngrab am Wegesrand erinnern an längst vergangene Zeiten.
Dann noch ein letzter steiler Anstieg und die,, Schöne Aussicht" mit Gaststätte und
Aussichtsturm ist erreicht; Zeit für eine Rast und einen ,,steifen Grog".
Bei schöner Fernsicht sollten nach dem Aufwärmen die Stufen des Turmes erklommen
werden. Der Lohn ist ein toller Blick auf die tiefverschneite Heide aus einer Höhe von
zirka 200 Meter über NN.
Zu erkennen sind: das Völkerschlachtdenkmal und der Uni- Riese von Leipzig; der
Jessener Himmelsberg; Gebäude von Herzberg; die Lutherstadt Wittenberg mit Schloss
- und
Stadtkirche und die Sendeanlagen vom Gallunberg, im südlichen Fläming gelegen.
Der Tourvorschlag endet am Moschwiger Bahnhof (Haltepunkt Bad Schmiedeberg Süd).
Abfahrt nach Wittenberg, 12.18 Uhr, 14.18 Uhr, 18.18 Uhr. Abfahrt nach Söllichau und Bad
Düben, 13.39 Uhr, 15.39 Uhr und 1739 Uhr.
Eine lange Abfahrt auf dem Heidekammweg (grünes Dreieck-Spitze nach oben) von dem
Rastpunkt bis zum Bahnhof beendet die elf Kilometer lange Skitour. Wer auf den Brettern
,,nicht zu Hause ist", kann die Strecke auch in drei Stunden erwandern.
Schi heil wünscht ,,Ferienland Dübener Heide". Text Lothar Matthes
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"Schwarze Kunst" und Museum im Zeichen "Gutenberg
2000"
Anlässlich 125 Jahre Buchdruck Gräfenhainichen und rund drei
Jahrzehnten Museumsgeschichte - von Oranienbaum bis Gräfenhainichen im Blickpunkt des
Buchdrucks -führte ,,Ferienland Dübener Heide" ein Gespräch mit dem Leipziger
Philosophen Jürgen Helbig:
In der Retrospektive haben wir zunächst das Jahr 1968, das Jubiläumsjahr
Gutenbergs (um 1400 - 1468), Erfinder des Buchdrucks. Jürgen Helbig gründete und
entwickelte (1968 - 1986) im Schloss
Oranienbaum das Museum der ,,Schwarzen Kunst",
das - verkörpert u.a. in den von ihm bewahrten, thematisierten und von dessen Vater Erich
Helbig restaurierten polygrafischen Maschinen und Geräte - von Oranienbaum (1991) nach
Gräfenhainichen übersiedelte.
Seit 1992 ist ist es im einstigen Werkdruck Gräfenhainichen wieder als Museum
alter Buchdruckmaschinen geöffnet. Die historischen Druckpressen bilden für den Besucher
einen besonderen Blickfang und erinnern an die Anfangszeit des Gräfenhainicher
Buchdrucks. ,,Das Gräfenhainicher Buchdruck-Jubiläum 1999 ist im letzten Jahr unseres
Jahrtausends von herausragender Bedeutung. Dies gilt um so mehr, befinden wir uns doch am
Vorabend zum Gutenberg-Jubiläum 2000 und genau im 225. Geburtsjahr Friedrich Königs
(1774 - 1833), Erfinder der Schnellpresse, die ebenfalls das Gräfenhainicher Druckgewerbe
revolutionierte.Jubiläen bieten Anlaß für Besinnung und Rückblick auf Entwicklung und
Tradition im Strom des Lebens. Jubiläen bieten Anlaß für Vorausschau in die Zukunft,
zumal zu dieser Zeit." Mit diesen Worten Jürgen Helbigs wird Symbolkraft deutlich,
die Tradition besitzt.
Genau im Gutenbergjahr 1968 legte Jürgen Helbig den geistigen stein für das
Buchdruckmuseum im Schloß Oranienbaum. Und genau 1872 wurde jene Schnellpresse
,,Johannisberg" gebaut, die - von Erich Helbig am Vorabend des Jubiläums ,,300 Jahre
Oranienbaum" (1973) restauriert - über Thüringen nach Oranienbaum und von da nach
Gräfenhainichen gelangte, wo sie wieder ihren musealen Ehrenplatz gefunden hat.
Das Museum blickt zurück auf eine wechselvolle Geschichte, die in Oranienbaum
begann, mit der Profilierung des einstigen Kreismuseums Gräfenhainichen für Geschichte
des Buchdrucks einen Höhepunkt erreichte und bald die Gutenberg-Jubiläen 1968 und 2000
zeitlich miteinander verbindet. Auch deshalb ist diese Historie von internationaler
touristischer Bedeutung, vor allem dann, wenn man an den vermittelten Zusammenhang von
Gutenberg, Lutherstadt Wittenberg und Buchdruckerstadt Gräfenhainichen denkt. Ein
interessantes neues Jahr und eine interessante ,,Ferienland Dübener Heide" kündigen
sich an.
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Was wäre die Dübener Heide ohne Kinder? Unseren jüngsten Gästen
möchten wir in der Winterszeit mit einem Heidemärchen Freude bereiten und sie einladen,
mit Mutti und Vati, Omi und Opi zwischen dem Fährhaus Dommitzsch an der Elbe und der
Seeklause am Muldestausee nach einer verdorrten Diestel Ausschau zu halten.
Weitab vom Ochsenkopf; noch hinter Thielenhaide, liegt Mitten im Hochwald eine
kleine Waldlichtung. Dort stehen bunte Blumen, duftende Kräuter und es wachsen da viele
Disteln. Die haben lange, spitze Stacheln. Deshalb werden sie auch von den meisten Tieren
nicht gern besucht. Nur die Bienen holen sich ihren Honig ab - und manchmal kommt ein
Schmetterling vorbei und sagt Guten Tag.
Es gab da ,mal eine neidische Distel, die sich über den wenigen Besuch auf ihren
Blättern mächtig ärgerte und deshalb schon einen ganz dicken roten Kopf bekommen hatte.
Sie wäre viel lieber eine wilde Rose oder eine andere schöne Blume gewesen.
Als nun wieder einmal Vollmond war und, wie immer, die Elfen zum Tanz auf die
Waldwiese kamen, da fasste
die Distel einen Entschluss: sie wartete, bis ein kleines
Elflein mit seinem Schleier dicht an ihr vorübertanzte. Dann griff sie schnell und fest
zu. Welch ein schicker Mantel! Die Distel hüllte sich ganz und gar darin ein.
Die Nacht verging, der Morgen kam. Kleine Tautröpfchen hingen auf dem
Elfenschleier wie silberne Perlen. Die Distel glaubte, dass
sie nun von allen geflügelten
und den anderen Tieren gehörig bewundert wurde. Doch nichts geschah.
In der Nacht war ein Wispern durch den Wald gegangen: eine Elfe war ohne ihren
Schleier zurückgekommen und die Elfenkönigin hatte ihren Töchtern das Tanzen auf der
Waldwiese verboten - solange - bis die arme Bestohlene sich einen neuen Schleier gehäkelt
hatte.
Das fanden nun alle Bewohner der Lichtung ganz schrecklich und sie wussten
auch
genau, wer Schuld hatte. Die bunten Schmetterlinge, die Käfer, Bienen und Hummeln machten
allesamt einen großen Bogen um die Schleierdiebin. Sogar die Sonne versteckte sich hinter
einer dunklen Wolke.
Da begann die Distel zu frieren. Sie bekam unter ihrer Hülle keine Luft mehr. Und
sie merkte, dass
Ihre Wurzel von einem bösen Wurm zernagt wurde. Am Nachmittag knickte
sie völlig um.
Ein kleiner Vogel flog über die Waldlichtung. Er sah den Elfenschleier und zupfte
sich ein Fetzchen davon ab um sein Nest damit auszupolstern. Aber sonst beachtete niemand
die Umgestürzte.
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Ende Oktober logierten junge dänische Männer im ,,Storchennest",
einer schonen Pension in Priesitz. Neugierig wie ich bin, sprach ich sie an und wir kamen
ins Gespräch. Als ich sie fragte, was sie zu uns geführt hat, wollte ich ihrer Antwort
nicht glauben: Sie fangen Biber!
Unsere heiligen Biber! Und noch dazu 20 Stück - drei hatten sie schon.
Aber keine Angst, liebe Gäste der Dübener Heide, wir haben genug
davon. Meister Bockard richtet in seiner großen Zahl einigen Schaden an und es ist gut,
dass einige dieser größten Nagetiere Europas gefangen werden. Mit aller Vorsicht werden
sie nach Dänemark gebracht, denn dort gibt es sie nicht. In Jütland sollen sie heimisch
werden, aber sicher dabei unserer schönen Dübener Heide ein bisschen nachtrauern.
Leider können sie nicht von ihrer alten Heimaterzähler, sonst kämen
dänische Touristen in Scharen zu uns! sz.
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Die Gewinner unserer Umfrage
Über Erwarten viele Antworten haben wir zu Ihlen Eindrücken im
Naturpark Dübener Heide erhalten. Sie zollten den touristischen Möglichkeiten in unserer
Landschaft viel Lob. Besonders die guten Meinungen der Besucher, die zum 99. Deutschen
Wandertag hier waren, haben uns erfreut, ist doch damit die Attraktivität der Region
zwischen Elbe und Mulde unterstrichen worden. 80 % der Gäste waren zum ersten Mal bei
uns! Sie wollen wiederkommen, Bekannte und Verwandte mitbringen.
So schreibt Frau Katrin Marek aus Großdalzig u.a.: ,,Mir gefällt
einfach alles, der Duft der Wälder, die klaren Seen, die vielen kulturellen Angebote und
nicht zuletzt Ihre Zeitschrift ,,Ferienland Dübener Heide".
Allen kritischen Hinweisen werden wir nachgehen, gleich ob es manches
Preis-Leistungsverhältnis, die Aufstellung weiterer Bänke und Rasthütten oder die
Erweiterung von Angeboten für Kinder und Sportbegeisterte- für Freizeitbetätigung
überhaupt- betrifft.
Auch ,,Ferienland Dübener Heide" wird sich bemühen, mehr
Wanderwege vorzustellen, den Veranstaltungskalender zu vervollkommnen und das
Verbreitungsgebiet auszudehnen. Die Wünsche nach besserem Papier und mehr Farbe im Heft
verstehen wir, aber so einfach ist das fmanziell nicht, möchten wir Ihnen doch die
Zeitschrift weiterhin kostenlos anbieten.
Wir danken herzlich allen Einsendern zwischen Tornau und Vancouver in
Kanada